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Öffnung der Straße von Hormus: Herausforderungen für den Ölmarkt

Die Straße von Hormus soll wieder für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Doch Minen und andere Probleme erschweren die Rückkehr zum Normalzustand.

Öffnung der Straße von Hormus: Herausforderungen für den Ölmarkt
Bild: Tagesschau

Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Ölhandel, soll ab sofort wieder für Schiffe zugänglich sein. Diese Entscheidung könnte weitreichende Auswirkungen auf den Ölmarkt und die Spritpreise haben, jedoch stehen zahlreiche Herausforderungen im Weg, die eine vollständige Normalisierung behindern.

Der Iran soll innerhalb von 30 Tagen nach Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit den USA Minen in der Meerenge räumen. Diese Erklärung gilt zunächst für 60 Tage, in denen eine endgültige Vereinbarung angestrebt wird. Ein zentrales Problem könnte die von Teheran möglicherweise erhobene Maut für den internationalen Schiffsverkehr darstellen.

Vor dem Beginn des Iran-Kriegs durchquerten etwa 20 Prozent des weltweiten Energiehandels die Straße von Hormus. Laut Richard Meade, Chefredakteur von Lloyd’s List Intelligence, haben große Reedereien bereits damit begonnen, Schiffe durch die Meerenge zu schicken. Unter den ersten waren Tanker der Reedereien Grimaldi Group, Cosco, Knutsen und NYK, die die Passage erfolgreich absolvierten.

Allerdings müssen die Tanker laut Phillip Belcher, Leiter des Bereichs Schifffahrt beim Tanker-Branchenverband Intertanko, aufgrund der Minen derzeit Nebenrouten nutzen. Dies zeigt, dass die Sicherheitslage in der Straße von Hormus weiterhin als instabil eingestuft wird. Der internationale Schifffahrtsverband Bimco hat die Durchfahrt nach wie vor als riskant bewertet.

„Wir werden erst dann durch die Straße von Hormus fahren, wenn wir zu 100 Prozent davon überzeugt sind, dass es sicher ist“, erklärte Alexander Saverys, Chef der auf Öltransporte spezialisierten Reederei CMB Tech, in einem Interview mit der Financial Times. Aktuell warten rund 500 Handelsschiffe im Persischen Golf auf eine Weiterfahrt, darunter 46 Schiffe deutscher Reedereien mit etwa 1.000 Seeleuten.

Die Herausforderungen, die die Rückkehr zum Vorkriegszustand behindern, sind vielfältig. Neben den Minen sind auch Versicherungsfragen und Schäden an Förderanlagen zu berücksichtigen. Diese Faktoren könnten die Stabilität des Ölmarktes und die Spritpreise erheblich beeinflussen, was wiederum Auswirkungen auf die globale Konjunktur haben könnte.

Die Situation in der Straße von Hormus bleibt angespannt, und es bleibt abzuwarten, wie schnell eine vollständige Normalisierung erreicht werden kann. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu sehen, ob die beteiligten Parteien in der Lage sind, die bestehenden Hindernisse zu überwinden und eine dauerhafte Lösung zu finden.

Quelle: Tagesschau