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Syrskyj: Russischer Vorstoß aus Brjansk auf Tschernihiw „realistisch“

Der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj hält einen neuen russischen Angriff auf die nördliche Ukraine für wahrscheinlich. In einem Interview mit dem Sender 1+1 am 30. Juni nannte er eine Offensive aus der russischen Region Brjansk in die Oblast Tschernihiw „realistisch“.

Syrskyj: Russischer Vorstoß aus Brjansk auf Tschernihiw „realistisch“
Bild: ichef.bbci.co.uk

Juni erklärte Syrskyj, die ukrainische Armee bereite sich auf diesen möglichen Angriff vor. Ein Einmarsch aus Belarus sei dagegen unwahrscheinlich, da dort derzeit keine Truppenkonzentration zu beobachten sei. Zwar habe Kremlchef Wladimir Putin dem Generalstab befohlen, verschiedene Optionen für eine Offensive auf Kyjiw zu prüfen, auch von belarussischem Boden aus. Syrskyj bezweifle jedoch, dass die Führung in Minsk ihr Territorium erneut als Aufmarschgebiet zur Verfügung stellen werde.

Ziel eines Vorstoßes aus Brjansk wäre nach Einschätzung des Oberbefehlshabers die Eroberung ukrainischen Grenzgebiets sowie die Bindung ukrainischer Kräfte, die dann an der Ostfront fehlen würden. Das Gelände im Norden sei für Angreifer schwierig: viele Sümpfe, wenige Straßen und keine Brücken für schwere Panzer. Allerdings böten die ausgedehnten Wälder Deckung für Diversionsoperationen.

Syrskyj äußerte sich auch zu vier russischen Relaisstationen auf belarussischem Gebiet, die Moskau zur Steuerung von Shahed-Drohnen nutzte. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Lukaschenko am 19. Juni ein Ultimatum gestellt und die Abschaltung binnen einer Woche gefordert. Am 24. Juni erklärte Selenskyj, die Relais seien seit dem 22. Juni außer Betrieb. Syrskyj bestätigte, dass sie noch nicht demontiert seien, aber ein erneutes Einschalten unwahrscheinlich sei. Die Ukraine werde alles tun, um Angriffe aus dieser Richtung zu unterbinden.

Quelle: www.bbc.com