Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:21 DE / UKR / EN

Ex-Ministerpräsident Albig rät SPD zu Zusammenarbeit mit AfD

Der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat seiner Partei empfohlen, sich auf von der AfD tolerierte Minderheitsregierungen einzulassen. Das Vorbild sei Dänemark, wo Sozialdemokraten mit Rechtspopulisten zusammenarbeiten.

Ex-Ministerpräsident Albig rät SPD zu Zusammenarbeit mit AfD
Bild: cdn.prod.www.spiegel.de

Wie der Spiegel berichtet, sagte der 62-jährige Albig der Neuen Osnabrücker Zeitung, es sei vorstellbar, dass Manuela Schwesig nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ihre Mehrheiten je nach Thema suche. Er plädierte dafür, dass Sozialdemokraten als Erste mit Rechtspopulisten bei bestimmten Themen zusammenarbeiten, die Wähler in deren Arme treiben.

Albig kritisierte, dass Vielparteienbündnisse mit CDU, Linken, Grünen oder BSW die Demokratie belasteten und frustrierte Wähler zurückließen. Eine Zusammenarbeit bedeute nicht, das ideologische Gedankengut der AfD zu teilen, sondern verlorenen Wählern zu zeigen: „Wir haben verstanden – kommt wieder nach Hause.“

Der frühere Regierungschef warnte, wenn 30 Prozent die AfD wählten, könne man nicht auf Dauer so tun, als sei sie die „Ausgeburt der Hölle“. Der bisherige Kurs berge die Gefahr, dass es die Sozialdemokratie bald nicht mehr gebe. Albig war von 2009 bis 2012 Oberbürgermeister von Kiel und von 2012 bis 2017 Ministerpräsident, bevor er in die Wirtschaft wechselte und heute als Lobbyist für Philip Morris arbeitet.

Quelle: www.spiegel.de