Trade Republic will den Wertpapierhandel transparenter und professioneller gestalten. Der Neobroker bindet nach eigenen Angaben 30 globale Handelsplätze direkt an und führt eine automatische Bestpreis-Ausführung ein. Orders werden künftig unabhängig von der Größe zum besten verfügbaren Kauf- oder Verkaufskurs ausgeführt. Kunden können zudem gezielt einzelne Börsen wie Xetra, Euronext oder Nasdaq auswählen – besonders relevant wegen unterschiedlicher Handelszeiten.
Die App zeigt Live-Daten des aggregierten Orderbuchs sowie die Orderbücher einzelner Börsen kostenlos an. Broker verlangen für Echtzeitkurse oft Gebühren oder bieten sie nur eingeschränkt. Neu ist auch ein Web-Terminal mit professionellen Chart-Auswertungen, Screenern und Live-Marktdaten, das sich vor allem an aktive Trader richtet. Trade Republic zählt eigenen Angaben zufolge inzwischen mehr als zehn Millionen Kunden.
Hintergrund der Neuerung ist die Abschaffung des sogenannten Payment for Orderflow (PFOF) Anfang Juli 2026. Diese Praxis, bei der Broker von Handelsplätzen oder Market Makern Vergütungen für die Weiterleitung von Aufträgen erhielten, stand lange in der Kritik. Mit dem Wegfall müssen Anbieter ihre Modelle umstellen und setzen nun stärker auf Auswahl, Transparenz und Qualität der angebundenen Börsenplätze.
Die neue Abwicklungspauschale von einem Euro pro Trade (zwei Euro für Direktpreisorders) kann für Anleger dennoch günstiger sein als der frühere kostenlose Handel über nur einen Börsenplatz. Entscheidend ist der tatsächliche Ausführungskurs: Spreads oder bessere Ausführungsqualität können die Pauschale mehr als ausgleichen, besonders bei größeren Orders oder hochliquiden Papieren. Die automatische Auswahl des günstigsten Handelsplatzes dürfte vor allem weniger erfahrenen Anlegern helfen.
Quelle: t3n.de



