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Vergesellschaftung und Mietendeckel lösen die Wohnungsnot nicht

Die Linke plant in Berlin eine Vergesellschaftung von Wohnungen und einen Mietendeckel. Doch diese Maßnahmen sind keine Lösungen für die drängende Wohnungsnot.

Vergesellschaftung und Mietendeckel lösen die Wohnungsnot nicht
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Die aktuellen Vorschläge der Linken zur Vergesellschaftung von rund 220.000 Wohnungen und zur Einführung eines Mietendeckels sind nicht die Lösung für die Wohnungsnot in Berlin. Stattdessen sollte der Fokus auf dem Bau von günstigem Wohnraum liegen, um die Situation nachhaltig zu verbessern.

Die Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt ist alarmierend. In den Städten gibt es auf freie Mietwohnungen dreistellige Bewerberzahlen. Nur sechs Prozent der Haushalte, deren Mieter zwischen 30 und 44 Jahre alt sind, haben die nötigen Eigenmittel, um eine Immobilie zu erwerben. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit der Situation.

Die Ursachen für die Wohnungsnot sind vielschichtig. Die Bevölkerung in den Städten wächst, während sie auf dem Land abnimmt. Dies führt zu einem paradoxen Zustand: Überangebot in ländlichen Gebieten und gleichzeitig ein Mangel in urbanen Zentren. Zudem werden die Haushalte immer kleiner, was seit 1992 fast sechs Millionen zusätzliche Haushalte geschaffen hat.

Die Bauzahlen sind alarmierend. Im Jahr 2023 ist der Wohnungsbau um 30 Prozent zurückgegangen. Mit nur 206.600 fertiggestellten Wohnungen wurde der schwächste Wert seit 2012 erreicht. Dies ist besonders besorgniserregend, da die Herstellungskosten seit 2010 auf über 5.400 Euro pro Quadratmeter mehr als verdoppelt wurden.

Die Mietpreisbremse hat sich als ineffektiv erwiesen und führt dazu, dass Vermieter in Nischenmärkte abwandern oder ganz aus dem Markt ausscheiden. Ein Verlust von nur einem Prozent des Mietbestands bedeutet, dass 200.000 Wohnungen fehlen – das entspricht einem ganzen Jahr Neubau.

Vor diesem Hintergrund sind Mietendeckel und Vergesellschaftung keine Lösungen, sondern verschärfen die Probleme. Der Mietendeckel verteilt lediglich die Knappheit: Wer eine Wohnung hat, profitiert von niedrigeren Mieten, während die Suche nach einer Wohnung für andere zu einem Glücksspiel wird.

Die angestrebte Vergesellschaftung der Vonovia könnte Berlin bis zu 36 Milliarden Euro an Entschädigungen kosten. Mit diesem Geld könnten zahlreiche neue Wohnungen gebaut werden. Zudem würde eine solche Maßnahme potenzielle Investoren und Banken abschrecken, da die Entschädigung nur 40 bis 60 Prozent des Marktwerts der Immobilien betragen soll.

Die eigentliche Lösung liegt darin, günstiger zu bauen, anstatt teure Förderungen zu gewähren. Der geplante Gebäudetyp E muss überzogene Standards reduzieren. Die Quoten für preisgebundene Wohnungen in Neubauprojekten sollten gesenkt werden, und Erstkäufer sollten von der Grunderwerbsteuer befreit werden.

Zusätzlich gibt es im Bestand ungenutzte Potenziale, wie die Aufstockung und Teilung großer Einfamilienhäuser, die nur realisiert werden können, wenn sich die Vermietung wieder lohnt. Es ist zu hoffen, dass diese Perspektive in Berlin Gehör findet und dem deutschen Immobilienmarkt neues Leben einhaucht.

Wenn sich die Linke jedoch mit ihren Plänen durchsetzt, könnte dies weitreichende negative Folgen für den Wohnungsmarkt und den Standort Deutschland insgesamt haben.

Quelle: www.faz.net