Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha machte Russland für den Tod einer 22-jährigen Schwangeren in Tschuhujiw verantwortlich. Er warf Moskau vor, den Terror gegen Zivilisten zu verstärken, weil es auf dem Schlachtfeld keine Erfolge erziele. Sybiha rief die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf Russland zu erhöhen.
Die Bürgermeisterin von Tschuhujiw, Galyna Minajiwa, erklärte, die Stadt sei mit Raketen und iranischen Schahed-Drohnen beschossen worden. Rettungskräfte veröffentlichten Aufnahmen, die brennende Wohnhäuser und Autos zeigten. In Charkiw wurden nach Angaben von Regionalgouverneur Oleh Synehubow 15 Menschen verletzt.
Die ukrainische Armee griff unterdessen erneut die Brücke von Tschonhar an, eine wichtige Straßenverbindung zur von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Der Chef der russischen Besatzungsverwaltung im Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, teilte mit, die Brücke sei durch Drohnenangriffe beschädigt und für den Verkehr gesperrt worden. Autofahrer müssten auf die längere Strecke über Perekop ausweichen.
Die Angriffe auf die Brücke sind Teil einer ukrainischen Operation, die seit Mai läuft und die Krim abriegeln soll. Die Halbinsel ist für Russland militärisch bedeutend: Von dort startet die russische Armee Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und versorgt ihre Einheiten in der Südukraine. Die Krim ist nur über drei Straßen erreichbar – die Strecken über Perekop und Tschonhar im Norden sowie die nach der Annexion neu gebaute Brücke von Kertsch im Osten. Die Kertsch-Brücke gilt jedoch als zu unsicher für Treibstofftransporte. Mehrere Fähren zur Krim hat die Ukraine bereits ausgeschaltet. Moskau hat entlang des Asowschen Meeres eine neue Straße gebaut, doch ukrainische Drohnen zerstören dort immer wieder Militär- und Treibstoff-Lkw. Auf der 2014 annektierten Halbinsel musste Treibstoff bereits rationiert werden.
Quelle: Tagesschau



