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Bündnis warnt vor pauschalem Social-Media-Verbot für Jugendliche

Institutionen, darunter die Bundesschülerkonferenz und der Digitalverband Bitkom, sprechen sich gegen ein generelles Verbot sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche aus. Wie Die Zeit berichtet, betonen sie die Bedeutung digitaler Räume für die Entwicklung junger Menschen.

Bündnis warnt vor pauschalem Social-Media-Verbot für Jugendliche
Bild: img.zeit.de

In einer gemeinsamen Erklärung mit elf Punkten wenden sich die Unterzeichner gegen die Forderung nach einem kompletten Verbot von Plattformen wie Instagram oder TikTok für Minderjährige. Zu dem Bündnis gehören unter anderem die Bundesschülerkonferenz, der Bundeselternrat, die Kindernothilfe, der AWO Bundesverband und der Montessori Bundesverband. Sie argumentieren, dass soziale Netzwerke für Jugendliche „elementare Orte zur Kommunikation mit Freundinnen und Freunden, Orientierung, Information, Unterhaltung und Vernetzung“ seien.

Der Zugang zu diesen digitalen Räumen sei „elementar für die soziale und digitale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen“, heißt es in dem Papier. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder erklärte: „Entscheidend ist, dass Kinder schrittweise lernen, sich sicher und selbstbewusst in der digitalen Welt zu bewegen.“ Das Bündnis fordert daher eine bessere Schulung von Eltern und Lehrkräften sowie eine Stärkung der Plattformaufsicht, etwa durch mehr Personal in den zuständigen EU-Stellen.

Die Unionsfraktion im Bundestag verfolgt unterdessen einen anderen Ansatz. Laut einem Positionspapier, das Die Zeit vorliegt, spricht sich die CDU/CSU für eine Altersverifizierung per E-ID-Funktion des Ausweises aus. Plattformen sollen demnach eine Alterseinstufung beantragen, die ihrem jugendschutzrelevanten Risiko entspricht. Zudem will die Fraktion das Strafrecht für digitale Gewalt wie Cybergrooming verschärfen und die mentale Gesundheit junger Menschen besser schützen.

Das Bündnis setzt sich außerdem für mehr kindgerechte digitale Angebote ein, insbesondere für ältere Grundschulkinder. Es befürwortet zudem den Einsatz von „Trusted-Flaggern“ – vertrauenswürdigen Hinweisgebern wie der Verbraucherzentrale oder HateAid –, um schädliche Inhalte schnell löschen zu lassen. Die Debatte bleibt aktuell: Am Mittwoch übergibt eine Expertenkommission ihre Empfehlungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt an die Bundesregierung.

Quelle: www.zeit.de