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Industrieaufträge im Mai überraschend gestiegen

Die deutsche Industrie hat im Mai überraschend mehr Aufträge erhalten. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stiegen die Bestellungen im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent.

Industrieaufträge im Mai überraschend gestiegen
Bild: Tagesschau

Die deutsche Industrie hat im Mai überraschend mehr Aufträge erhalten. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stiegen die Bestellungen im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent.

Der Auftragseingang legte im Mai um 1,9 Prozent gegenüber April zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vorjahresvergleich ergab sich ein Plus von 6,2 Prozent. Viele Unternehmen profitierten von Großaufträgen aus dem Ausland, vor allem aus der Eurozone. Die Inlandsbestellungen stiegen lediglich um 1,3 Prozent.

Den größten Beitrag zum Anstieg leistete der Fahrzeugbau – darunter Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge. Auch der Maschinenbau und die Elektroindustrie legten zu, während die Autoindustrie weniger Aufträge verbuchte. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte: „Nach Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten ist es nachfrageseitig zunächst zu Vorzieheffekten und im Anschluss zu einem erwartbaren Rückprall gekommen. Nun scheine der vorherige Aufwärtstrend wieder einzusetzen.“

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeigte sich vorsichtig zuversichtlich. DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen sagte, der Zuwachs lasse hoffen, dass die Industrie die Folgen des Nahostkonflikts besser verkraftet habe als befürchtet. ING-Analyst Carsten Brzeski stimmte ähnliche Töne an. Die Auftragseingänge erholten sich zwar erst allmählich, erklärte er. „Trotz anfänglicher Befürchtungen, dass der Konflikt im Nahen Osten neue Störungen in den Lieferketten auslösen könnte, scheint die deutsche Industrie alles in allem mit kaum mehr als einem blauen Auge davongekommen zu sein.“ Allerdings rechnen viele Ökonomen nicht mit einer starken Erholung. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer: „Zum einen stellt der Iran-Konflikt immer noch eine Quelle der Unsicherheit dar. Zum anderen leiden deutsche Unternehmen weiter unter einer Erosion der Standortqualität.“ Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gab zu bedenken: „Der Fachkräftemangel ist eine reale Herausforderung.“

Quelle: Tagesschau