Nato-Generalsekretär Mark Rutte betonte vor dem zweitägigen Treffen in Ankara, dass die europäischen Alliierten und Kanada bereits jetzt etwa vier Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Verteidigung und Sicherheit investierten. Davon entfielen rund 2,5 Prozent auf klassische Verteidigungsausgaben und 1,5 Prozent auf andere verteidigungsrelevante Bereiche wie Infrastruktur, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) erfuhr.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wies Trumps Vorwurf, die Ausgaben großer Verbündeter seien „lächerlich“, als unbegründet zurück. Er habe dies Trump bereits am Freitag in einem Telefonat deutlich gemacht. Merz hofft trotz der Unstimmigkeiten auf ein Zeichen der Stärke und Geschlossenheit des Gipfels. Aus seinem Umfeld hieß es, er wolle sich für einen „Geist von Ankara“ einsetzen, von dem das Signal ausgehen solle: „Wir bauen eine europäischere Nato, damit diese Nato transatlantisch bleiben kann.“
Ein zentrales Thema des Gipfels ist auch die weitere Unterstützung der Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj appellierte an die Nato, nach den schweren russischen Luftangriffen in der Nacht zum Montag starke Entscheidungen zur Luftabwehr zu treffen. Rutte rief die Verbündeten auf, ihren Beitrag zu leisten, damit die Hilfe für die Ukraine weiterfließe. Die Ukraine soll ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen erhalten: Vorgesehen ist eine Mindestfinanzierung von 70 Milliarden Euro pro Jahr über zwei Jahre, insgesamt 140 Milliarden Euro.
Quelle: Stadt München



