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EnBW-Chef fordert Korrektur der Windkraft-Ausbauziele

Der Chef des Energiekonzerns EnBW, Georg Stamatelopoulos, fordert eine Reduzierung der deutschen Ausbauziele für Offshore-Windkraft. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, verweist er auf gestiegene Kosten und plädiert für eine Verschiebung des 70-Gigawatt-Ziels.

EnBW-Chef fordert Korrektur der Windkraft-Ausbauziele
Bild: cdn.prod.www.spiegel.de

Der Chef des Energiekonzerns EnBW, Georg Stamatelopoulos, fordert eine Reduzierung der deutschen Ausbauziele für Offshore-Windkraft. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, verweist er auf gestiegene Kosten und plädiert für eine Verschiebung des 70-Gigawatt-Ziels.

Der Vorstandsvorsitzende der EnBW, Georg Stamatelopoulos, hat die deutschen Ausbauziele für Offshore-Windkraft infrage gestellt. Er plädiert dafür, das gesetzliche Ziel von 70 Gigawatt bis 2045 zunächst auf 55 Gigawatt zu senken und erst danach über weitere Schritte zu entscheiden. Derzeit liegt die installierte Leistung in Nord- und Ostsee bei 10,2 Gigawatt (Stand: April).

Stamatelopoulos begründet seine Forderung mit einem deutlichen Kostenanstieg in der Branche. Die Lage für die Offshore-Industrie habe sich „dramatisch verschlechtert“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Windturbinen, Logistik und Kabel seien teurer geworden. Im Vergleich zu vor fünf Jahren liege der Kostenanstieg bei 30 bis 40 Prozent, über einen Zeitraum von 15 Jahren bei mehr als 50 Prozent.

Den Kurs von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verteidigt Stamatelopoulos grundsätzlich. Die Bundesregierung gehe Themen an, die seit Langem geregelt werden müssten. Allerdings verkaufe die Ministerin ihre Politik „mitunter kommunikativ schlecht“, kritisierte Stamatelopoulos.

EnBW betreibt derzeit vier Offshore-Windparks. Im Spätsommer soll der Park He Dreiht mit rund 960 Megawatt hinzukommen. 55 der 64 Turbinen sind bereits installiert, rund 30 Anlagen sind schon in Betrieb. Das Unternehmen ist damit einer der größten deutschen Betreiber von Offshore-Windkraft.

Die Bundesregierung hält am Ziel fest, die Offshore-Leistung bis 2030 auf mindestens 30 Gigawatt auszubauen.

Quelle: www.spiegel.de