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Proteste für Fedorow ebben ab: Zuspruch für Wahlen im Krieg

Die landesweiten Proteste für die Rückkehr von Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister verlieren an Schwung. Nachdem der Ex-Minister Wahlen während des Krieges gefordert hat, stoßen seine Vorstöße bei den Demonstranten auf Ablehnung.

Proteste für Fedorow ebben ab: Zuspruch für Wahlen im Krieg
Bild: images.euronews.com

Die landesweiten Proteste für die Rückkehr von Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister verlieren an Schwung. Nachdem der Ex-Minister Wahlen während des Krieges gefordert hat, stoßen seine Vorstöße bei den Demonstranten auf Ablehnung.

Seit über einem Monat demonstrieren Ukrainer für die Rückkehr von Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister. Der frühere Verteidigungsminister war Mitte Juli von Präsident Wolodymyr Selenskyj im Zuge einer Regierungsumbildung entlassen worden. Nun hat Fedorow in einer Videoansprache am Dienstagabend überraschend Wahlen während des Krieges gefordert – doch die Bewegung, die ihn unterstützte, kehrt ihm den Rücken.

Führende Organisatoren der Proteste lehnen Wahlen unter Kriegsbedingungen klar ab und kündigen das Ende der täglichen Kundgebungen an. Dmytro Koziatynskyj, ein ukrainischer Kriegsveteran und Mitorganisator, schrieb am Mittwochabend auf X, er stehe Wahlen im Krieg ablehnend gegenüber. Er könne sich nicht vorstellen, wie man Tausenden Soldaten an der Front technisch ermöglichen wolle, zu wählen und zu kandidieren. Nach viereinhalb Jahren der russischen Vollinvasion könne sich die Ukraine die Spaltung, die ein Wahlkampf auslösen würde, nicht leisten.

Koziatynskyj zog damit einen Schlussstrich unter einen Monat Proteste, die nach Fedorows Entlassung begonnen hatten. Er betonte, es sei bei den Demonstrationen um die Ausrichtung der ukrainischen Verteidigungspolitik gegangen, nicht um Fedorows persönliche politische Zukunft. Zugleich stellte er sich hinter den designierten Nachfolger Yevhen Khmara, den Selenskyj in dieser Woche offiziell nominiert hat. Er wünsche Khmara Erfolg und hoffe, dass dieser den Reformkurs und den Kampf gegen Korruption fortsetze.

Die Reaktion aus dem Präsidialamt fiel knapp aus. Dmytro Lytvyn, ein Berater Selenskyjs, erklärte, die täglichen Angriffe russischer Drohnen und Raketen gäben eine klare Antwort auf die Frage nach Wahlen. Auch in sozialen Netzwerken kritisierten viele Nutzer den Zeitpunkt von Fedorows Auftritt und seine Motive. Ein Soldat fragte, ob die Soldaten ihre Stimmen in Städten nahe der schwersten Kämpfe im Osten abgeben sollten.

Quelle: de.euronews.com