Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat sich hinter die Reformlinie einer Bundesregierungskommission gestellt und schlägt vor, Grundsicherung, Wohn- und Kindergeld zusammenzulegen. Nach Angaben des Sozialverbands senkt die Bündelung nicht nur die Bürokratie, sondern auch das Armutsrisiko. Die AWO legte dafür eine Studie des Münchner ifo-Instituts vor, die die Vorschläge durchgerechnet hat.
Das Modell sieht vor, Leistungen für erwerbsfähige Menschen in einen existenzsichernden und einen existenzunterstützenden Teil aufzuteilen. Ein sogenannter „Erwerbsbooster“ – eine Sonderzahlung von 100 Euro pro erwerbstätiger Person über der Minijobgrenze – sowie Freibeträge für Alleinerziehende sollen zusätzliche Anreize schaffen. Laut ifo-Studienleiter Maximilian Blömer könnten die untersten Einkommensgruppen dadurch im Schnitt 515 Euro mehr pro Jahr erhalten.
Die Armutsgefährdungsquote könnte um 0,9 Prozentpunkte sinken, 322.000 Menschen zusätzlich in Arbeit kommen und das Arbeitsvolumen um 188.000 Vollzeitäquivalente steigen. Allerdings stünden jährliche Mehrkosten von 5,4 Milliarden Euro im Raum. Die AWO verweist darauf, dass eine Erhöhung des Kindergeldes auf 299 Euro ähnlich teuer wäre, aber die Armutsgefährdungsquote nur um 0,1 Prozentpunkte senken würde.
Quelle: www.zeit.de



