Fr., 28 Aug. 2026 Kyjiw 21:52Berlin 20:52London 19:52 UKR / DE / EN

Russische Drohnen legen Bahnverkehr in Ukraine lahm

Russische Truppen haben in der Nacht zum 28. August erneut massiv Drohnenangriffe auf die Ukraine geflogen, wie die BBC berichtet. Die Angriffe zielen auf Kyiv und haben den Bahnverkehr schwer gestört.

Russische Drohnen legen Bahnverkehr in Ukraine lahm
Bild: ichef.bbci.co.uk

Russische Truppen haben in der Nacht zum 28. August erneut massiv Drohnenangriffe auf die Ukraine geflogen, wie die BBC berichtet. Die Angriffe zielen auf Kyiv und haben den Bahnverkehr schwer gestört.

August haben russische Streitkräfte die Ukraine erneut mit einer massiven Drohnenwelle angegriffen. Die Angriffe richteten sich gegen die Hauptstadt Kyiv und andere Regionen, wobei Lagerhäuser, Unternehmen und Einkaufszentren getroffen wurden. Die ukrainische Luftwaffe meldete, dass Russland seit dem Abend des 27. August insgesamt 164 Angriffsdrohnen gestartet hat, von denen etwa die Hälfte als Marschflugkörper-Drohnen vom Typ Shahed eingesetzt wurden.

Die Luftabwehr konnte nach offiziellen Angaben 137 Drohnen abschießen oder neutralisieren. Dennoch wurden Einschläge an 16 Orten registriert, Trümmer fielen an vier weiteren Stellen. In der Region Kyiv kam bei einem morgendlichen Angriff ein Mensch ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Die Behörden berichten von Schäden an 14 Lagerhäusern, 16 Privathäusern, drei Mehrfamilienhäusern und 16 Fahrzeugen in mehreren Bezirken der Region.

Die Angriffe haben den Bahnverkehr in der gesamten Ukraine massiv beeinträchtigt. Dutzende Züge verspäten sich um zehn bis fünfzehn Stunden, wie die ukrainische Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja mitteilte. Der Leiter des Unternehmens, Oleksandr Perzowskyj, erklärte, die Infrastruktur in der Region Kyiv sei beschädigt worden und werde notdürftig repariert. Die Züge würden nicht abgesagt, so das Unternehmen, aber die vielen Sicherheitsstopps führten zu einer Kettenreaktion von Verspätungen.

Die Schriftstellerin Ljubow Jakymtschuk berichtete auf ihrem Kanal, dass ihr Zug von Kyiv nach Dnipro bereits anderthalb Stunden Verspätung hatte, während andere Verbindungen wie „Charkiw – Lwiw“ fast fünfzehn Stunden später fahren sollten. Sie beschrieb die Lage am Bahnhof: „In Kyiv gab es innerhalb von 24 Stunden 13 Luftalarme. Wie ich sage: Entwarnung, und davor – Alarm.“ Während eines weiteren Alarms wurden die Passagiere aufgefordert, den Bahnhof zu verlassen, draußen war die Luftabwehr zu hören.

Die Eisenbahngesellschaft hat kostenlose Wartebereiche eingerichtet und versorgt Reisende mit Essen. Wer wegen der großen Verspätung auf die Fahrt verzichtet, erhält den vollen Ticketpreis zurück. Auch in Saporischschja schlug nachts eine Drohne in einen Baumarkt ein und löste einen Brand aus, bei dem mindestens vier Menschen verletzt wurden. In der Region Kyiv wurden zudem Lagerhäuser der Buchverlage „A-BA-BA-HA-LA-MA-HA“ und „Vivat“ zerstört.

Quelle: www.bbc.com