Die Zustimmung für Lee Jae-myung lag im April noch bei 66 Prozent, liegt nun aber nur noch bei 42 Prozent. Als Hauptgrund für die Unzufriedenheit nennen die Südkoreaner die Immobilienpolitik, aber auch die durch hohe Energiepreise befeuerte Inflation belastet den Präsidenten.
Präsidialamtschef Kang Hoon-sik erklärte am Sonntag, die erste Kabinettsumbildung unter Lee diene dazu, „die Lebensgrundlagen der Bevölkerung und die Wirtschaft wiederzubeleben, den Alltag der Menschen stabil zu halten und Innovationen in Zukunftsbranchen voranzutreiben“. Neuer Wirtschafts- und Finanzminister wird Lee Hyoung-il, der zuvor als Vizeminister eine Preisobergrenze für Erdölprodukte eingeführt hatte.
Mit Blick auf das Militär gilt die Berufung von Kang Shin-chul zum Verteidigungsminister als wichtig. Kang war stellvertretender Kommandeur des koreanisch-amerikanischen Streitkräftekommandos und soll den Aufbau „eigenständiger“ Verteidigungskapazitäten vorantreiben. Vorgänger Ahn Gyu-back war der erste Zivilist in diesem Amt seit Jahrzehnten – eine Reaktion auf den von Teilen der Streitkräfte gestützten Ausnahmezustand des früheren Präsidenten Yoon Suk-yeol.
Neuer Justizminister wird Kim Seung-won, der als Abgeordneter eine Reform der Staatsanwaltschafts-Struktur vorangetrieben hatte. Die konservative Opposition kritisierte seine Ernennung als unnötige Politisierung. Koreanische Medien werten die Kabinettsumbildung als überraschend groß, sehen darin aber keinen Kurswechsel des Präsidenten.
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