Die Gesetzesänderung trat am heutigen Montag in Kraft. Sie verpflichtet Lebensmittelgeschäfte und Apotheken, Bargeld als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Ziel ist es, bei technischen Ausfällen oder in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben. Zudem sollen Menschen, die mit digitalen Bezahlformen nicht zurechtkommen, nicht ausgeschlossen werden.
Carlos Cancino von der Supermarktkette Coop erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur TT: „In manchen Situationen, wenn die Technik streikt, können Münzen und Scheine die einzige Bezahlform sein, die funktioniert.“ Dennoch zahlt die große Mehrheit der Schweden weiterhin am liebsten mit Karte oder Handy. Manchen Läden stinkt es, dass sie nun wieder Bargeld akzeptieren sollen. Laut TT haben einige schon angekündigt, sich nicht daranzuhalten.
Die Vorschrift enthält zahlreiche Ausnahmen: Supermärkte ohne bemannte Kassen oder Läden, in denen die Annahme von Bargeld Mitarbeiter gefährden würde, sind befreit. Händler können sich zudem auf die Kosten eines Bargeld-Systems berufen. Mehr als 25 Münzen müssen sie nicht annehmen. Bislang gibt es keine Pläne, wie Verstöße geahndet werden sollen.
Die Nutzung von Bargeld ist in Schweden seit Jahren rückläufig. In einer Umfrage der schwedischen Reichsbank gaben im vergangenen September nur fünf Prozent der Befragten an, ihren letzten Einkauf bar bezahlt zu haben. Für den Krisenfall empfiehlt die Reichsbank den Schwedinnen und Schweden dennoch, umgerechnet rund 90 Euro Bargeld zu Hause aufzubewahren.
Quelle: www.tagesspiegel.de



