Zum 1. Januar 2027 steigt das Deutschlandticket von 63 auf 66,80 Euro im Monat. Wer es als Abo bei der Deutschen Bahn hat und vor dem 15. Oktober 2026 bestellt hat, muss der Preiserhöhung aktiv zustimmen – sonst endet das Abo am 31. Dezember. Die wichtigsten Fragen im Überblick (Stand: 23. Oktober 2026).
Was kostet das Ticket künftig? 66,80 Euro statt 63 Euro, also 3,80 Euro mehr pro Monat oder 45,60 Euro im Jahr. Das Jobticket kostet dann 63,46 Euro, das Semesterticket 40,08 Euro (gilt für Semester ab dem 1. Juni 2027). Nach Angaben der epd-Meldung vom 1. Oktober wurde der Preis von den Verkehrsministern der Länder festgelegt – erstmals nach einem Index, den die Verkehrsministerkonferenz im März 2026 beschlossen hat.
Warum steigt der Preis? Der Index rechnet Personal-, Energie- und allgemeine Kosten ein (Kostenfaktor 4,5 Prozent) und setzt die Fördergelder von Bund und Ländern ins Verhältnis zu den verkauften Tickets. Die Förderung ist auf rund drei Milliarden Euro netto im Jahr gedeckelt; steigen die Kosten, wächst automatisch der Anteil der Fahrgäste. Ein Rechenbeispiel: 2025 kostete das Ticket 58 Euro, ab Januar 66,80 Euro – ein Plus von gut 15 Prozent in zwei Jahren. Seit dem Start 2023 (49 Euro) sind es rund 36 Prozent.
Muss ich als Abonnent etwas tun?
Das hängt vom Anbieter ab. Bei der Deutschen Bahn gilt: Wer sein Abo vor dem 15. Oktober 2026 abgeschlossen hat, muss bis zum 30. November im Abo-Portal auf bahn.de oder im DB Navigator zustimmen. Ohne Zustimmung kündigt die DB das Abo zum 31. Dezember 2026; wer das Ticket danach ohne gültigen Fahrschein nutzt, zahlt mindestens 60 Euro Aufpreis. Hat man die Frist verpasst, geht es bis zum Kündigungsdatum noch über „Abo reaktivieren“. Wer ab dem 15. Oktober bestellt hat, wurde bereits beim Kauf informiert und muss nichts tun. Zustimmen darf nur, wer das Abo bestellt hat – etwa die Eltern, wenn sie es für ihr Kind abgeschlossen haben.
Bei anderen Anbietern können die Regeln abweichen. Wer in München über die MVV-App bucht, sollte in der App und in der Bestätigungs-E-Mail nachsehen; Tickets von MVG oder S-Bahn München werden beim jeweiligen Anbieter verwaltet.
Wie kündige ich – und bis wann? Das Deutschlandticket ist monatlich kündbar, und zwar bis zum 10. eines Monats zum Monatsende. Für den Jahreswechsel ist das der 10. Dezember 2026. Bei der MVV geht das in der App (Ticketshop → Profil → Abonnements → Kündigen), über den Link in der Bestätigungsmail oder per E-Mail an kundendialog@mvv-muenchen.de. Wichtig für Neukunden in München: Laut MVV ist die Zahlung für neue Abos nur per Kreditkarte möglich, kein SEPA-Lastschrift.
Gibt es günstigere Alternativen? In Bayern gibt es ein ermäßigtes Ticket für Auszubildende, Studierende und Freiwilligendienstleistende; für Schüler verweist die MVV auf das 365-Euro-Ticket. Arbeitnehmer können das Jobticket nutzen: Der Arbeitgeber muss mindestens 25 Prozent zuschießen, dazu kommt ein Rabatt von 5 Prozent. Es lohnt sich, bei der Personalabteilung nachzufragen.
Wie geht es weiter? Weil der Index jährlich greift, ist auch zum 1. Januar 2028 eine Anpassung zu erwarten; die Verkehrsminister dürften sie im Herbst 2027 verkünden. Das ist unsere Einschätzung auf Basis der Indexlogik, kein offizieller Beschluss. Kritiker wie Verbraucherzentrale-Chefin Ramona Pop warnen vor einer „automatisierten Preisspirale“, die Deutsche Umwelthilfe verweist darauf, dass Bund und Länder ihre Zuschüsse bis 2030 eingefroren haben. Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) nennt das Ticket dagegen weiterhin ein sehr attraktives Angebot.
Quellen: Deutsche Bahn, MVV München, epd, Giga/Spiegel/WDR



