Die städtische Münchner Wohnen baut an der Leibengerstraße in Riem 141 möblierte Appartements für Auszubildende, die voraussichtlich Ende 2027 fertig werden sollen. Die 18 Quadratmeter großen Wohnungen sollen 450 Euro warm im Monat kosten, wie Andreas Mickisch, Personalreferent der Stadt München, bei einem Fest zum Neubau am Dienstag sagte: „450 Euro warm im Monat, das ist sensationell, und das kann man sich auch als Azubi leisten.“
Zwei Drittel der Wohnheimplätze an der Leibengerstraße gehen an städtische Nachwuchskräfte, ein Drittel vergibt das Azubiwerk an Auszubildende aus anderen Betrieben. Simone Burger, SPD-Stadträtin und Vorsitzende des Azubiwerks München, sprach bei dem Fest über die geplanten Gemeinschaftsflächen: „Das Waschcafé kommt aufs Dach.“ Das Azubiwerk betreibt nach Angaben der Süddeutschen Zeitung bereits mehr als 300 solcher Appartements in zwei Anlagen am Innsbrucker Ring in Ramersdorf und am Hanns-Seidel-Platz in Neuperlach. Auch in Freiham ist noch ein städtisches Azubi-Heim geplant.
Für die Stadt ist das Projekt teuer: Die Münchner Wohnen kalkuliert mit Gesamtkosten von 27,2 Millionen Euro, 19,7 Millionen davon kommen aus dem städtischen Haushalt, den Rest trägt das kommunale Wohnungsunternehmen selbst. Umgerechnet auf die Nutzfläche von 3560 Quadratmetern sind das gut 7600 Euro pro Quadratmeter. Als der Stadtrat das Projekt vor drei Jahren beschloss, waren sogar 35,9 Millionen Euro prognostiziert worden; die CSU monierte damals, das sei „nicht effizient“, und stimmte nur zu, „weil das Verfahren schon so weit fortgeschritten ist“.
Das Gebäude, geplant vom Münchner Büro Grassinger Emrich Architekten, erfüllt den Effizienzhausstandard 40 (EH40). Weil das Grundstück keinen Anschluss an das Fernwärmenetz hat, wird das Wohnheim mit einer eigenen Wasser-Wasser-Wärmepumpe geheizt, für die 16 Meter tief ins Grundwasser gebohrt werden musste. Dazu kommen ein Dachgarten, Nistkästen und weitere Artenschutzmaßnahmen. „Heute würden wir es billiger machen“, sagte Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender der Münchner Wohnen; beim Energiestandard hat die Stadt inzwischen von EH40 auf EH55 umgestellt. Warum in den drei Jahren seit dem Beschluss nicht auch an den Standards gespart wurde, erklärte Franzen so: „Man kann bei solchen Projekten nicht alle sechs Monate die Gleise umstellen. Allein die europaweite Ausschreibung für den Generalunternehmer mit einem ganzen Leistungskatalog dauert ungefähr ein Jahr.“ Der Baubeginn lag bereits im vergangenen Jahr.
Neben dem Waschraum auf dem Dach sind Gemeinschaftsküchen als soziale Orte vorgesehen. Franzen will zudem prüfen, ob sich Platz für einen Kicker oder einen Billardtisch findet: „Da müssen wir noch mal reden, ob die Münchner Wohnen das sponsern kann.“



