Vor rund 560 Millionen Jahren, im Ediacarium, entstanden die ersten Tiere. Doch die Evolution kam nur langsam voran – weil die Lebewesen sich ohne Sex vermehrten. Das änderte sich erst, als Umweltbedingungen wie Gezeiten und Stürme die Tiere unter Druck setzten. Die Folge: sexuelle Fortpflanzung und eine explosionsartige Zunahme der Artenvielfalt.
Die Forscher der Universität Cambridge beschreiben in ihrer Studie das urzeitliche Lebewesen Fractofusus, das sich ungeschlechtlich vermehrte. Ohne Sex blieb die Entwicklung über Jahrmillionen hinweg stagnieren. Erst mit dem Aufkommen von Stressfaktoren – etwa durch wechselnde Gezeiten oder Stürme – setzte die sexuelle Fortpflanzung ein. Dies beschleunigte die Evolution und führte zur sogenannten kambrischen Explosion, in der sich die Tierwelt rasant diversifizierte.
Die Studie liefert eine Antwort auf ein lange ungelöstes Rätsel der Urzeit: Warum dauerte es so lange, bis sich komplexe Lebensformen entwickelten? Die These der Cambridge-Forscher: Ohne äußeren Druck gab es keinen Anreiz für Sex – und damit keine genetische Durchmischung, die neue Arten hervorbringt.
Quelle: www.zeit.de



