Alexander De Croo leitet das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und war früher belgischer Premierminister. Im Euronews-Morgenmagazin Europe Today argumentierte er, Verteidigung und Entwicklungshilfe seien „zwei Seiten derselben Medaille“. Militärausgaben seien unter den aktuellen Umständen nachvollziehbar, doch um Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen, müsse auch in Entwicklung investiert werden.
Die EU-Kommission hatte im Juni vergangenen Jahres einen Haushaltsvorschlag von zwei Billionen Euro für den Zeitraum 2028 bis 2034 vorgelegt. Für Verteidigung sind 131 Milliarden Euro vorgesehen, während das Instrument „Globales Europa“ 200 Milliarden Euro für internationale Zusammenarbeit bereitstellt. De Croo sieht in diesem Entwurf weder klare Gewinner noch Verlierer: Entwicklungspolitik sei Teil der Sicherheits- und Wirtschaftsagenda.
Als Beispiel nannte De Croo den künftigen Wiederaufbau der Ukraine nach dem Ende von Russlands Invasion. „Je schneller ein Land nach einem Krieg wieder aufgebaut wird, desto besser ist es für alle“, sagte er. Das UNDP versorgt in der Ukraine mehr als 6,6 Millionen Menschen mit Strom und unterstützt Veteranen sowie Entminungsprogramme. „Krieg ist Entwicklung rückwärts“, so De Croo.
Quelle: de.euronews.com



