Deutschland gefährde mit dem Sparplan für die gesetzlichen Krankenkassen eine der letzten Industrien, in denen Europa noch technologisch führend sei, schreibt Stefan Oelrich, Vorstand der Bayer AG, in einem Gastkommentar für das Handelsblatt. Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz der GKV, über das der Bundestag an diesem Freitag abstimmt, verhindere Investitionen und treibe die Pharmakonzerne aus dem Land.
Oelrich zufolge hält Europa in der Pharmaindustrie weiterhin klare komparative Vorteile – der akademische Erfindergeist sei ungebrochen, Produktion und Exporte bewegten sich auf historischen Höchstständen. Der Draghi-Report hebe die Branche eigens als Beschäftigungs- und Wertschöpfungsmotor hervor. Doch die Bundesrepublik sei dabei, „mit erkennbarer Lust den Ast abzusägen, auf dem sie sitzt“, so Oelrich wörtlich.
Der Autor beklagt, dass Deutschland in weiten Teilen der Volkswirtschaft entscheidende technologische Sprünge verpasst habe und nun die Quittung dafür erhalte, sich zu lange auf Erfindungen des 19. und 20. Jahrhunderts verlassen zu haben. Die Pharmaindustrie sei eine der wenigen Ausnahmen, in denen Europa noch die Innovationen des 21. Jahrhunderts anführe. Mit dem GKV-Sparplan werde dieser Vorteil leichtfertig verspielt.
Quelle: www.handelsblatt.com



