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Kyiv: Vier Tote nach russischem Drohnenangriff

Bei einem russischen Drohnenangriff auf Kyiv sind am Mittwochabend vier Menschen getötet und zwölf verletzt worden. Am Donnerstagmorgen griffen Drohnen die Stadt erneut an.

Kyiv: Vier Tote nach russischem Drohnenangriff
Archivfoto: Nick Grapsy / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Bei einem russischen Drohnenangriff auf Kyiv sind am Mittwochabend vier Menschen getötet und zwölf verletzt worden. Am Donnerstagmorgen griffen Drohnen die Stadt erneut an.

Bei einem russischen Drohnenangriff auf Kyiv sind am Mittwochabend vier Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden. Das meldet die BBC unter Berufung auf die Behörden. Am Donnerstagmorgen, dem 8. Oktober, griffen russische Drohnen die ukrainische Hauptstadt erneut an.

In einem Stadtteil traf eine Drohne ein Hochhaus. Es brach ein Feuer aus, Teile der Konstruktion im Bereich des zehnten Stockwerks wurden zerstört. In einer beschädigten Wohnung fanden Rettungskräfte die Leichen von zwei Todesopfern. 22 Menschen wurden aus dem Gebäude gerettet, darunter acht Kinder. Vier weitere Bewohner wurden verletzt, darunter zwei Kinder. Psychologen des staatlichen Katastrophenschutzes betreuten zwölf Hausbewohner.

In anderen Stadtteilen beschädigten Drohnentrümmer Häuser und lösten Brände aus. Im Bezirk Obolon starben zwei weitere Menschen. Unter den Verletzten war eine junge Frau. Sie wurde neben einem brennenden Auto gefunden und befand sich in einem schweren Zustand.

Stromausfälle, kein Funicular, Wasserdruck fällt

Der Angriff verursachte auch Probleme mit der Stromversorgung. Am rechten Ufer von Kyiv wurde der elektrische Nahverkehr und die Standseilbahn vorübergehend gestoppt, in der Stadt wurden Notabschaltungen eingeführt. Wegen der Stromausfälle kam es auch zu Störungen bei der Wasserversorgung. Das Unternehmen „Kyivvodokanal“ meldete einen gesunkenen Druck im Netz des rechtsufrigen Stadtteils. In den Bezirken Swjatoschyn, Solomjanka, Schewtschenko und Holosijiw kann das Wasser in einigen Häusern zeitweise ausfallen.

Am Morgen griffen russische Drohnen Kyiv erneut an. Im Bezirk Holosijiw fielen Trümmer einer Drohne auf eine offene Fläche. Einsatzkräfte sind vor Ort. Die Notabschaltungen in Kyiv wurden inzwischen aufgehoben. Auf dem rechten Ufer der Hauptstadt gibt es weiterhin Probleme mit dem Wasser. „Kyivvodokanal“ meldet einen niedrigeren Druck im Netz. In einigen Häusern kann das Wasser zeitweise ausfallen. Eine normale Wasserversorgung werde erst nach Wiederherstellung der Stromversorgung möglich sein, so das Unternehmen.

Putins Geburtstag, 25 Tote landesweit

Der Angriff auf Kyiv fällt in eine Woche schwerer russischer Luftschläge. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch, dem 7. Oktober, meldete, hat Russland die Ukraine erstmals in diesem Herbst mit einem kombinierten Angriff aus ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Kampfdrohnen überzogen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach am Abend von mindestens 25 Toten und über 100 Verletzten. Allein in der Stadt Pryluky wurden mindestens 19 Menschen getötet und 55 weitere verletzt, wie Selenskyj mitteilte. Unter den Toten seien fünf Kinder, fünf Kinder wurden verletzt. In der etwa 120 Kilometer östlich von Kiew gelegenen Stadt sei ein fünfstöckiger Wohnblock getroffen worden. Unter den Trümmern werden noch Verschüttete vermutet. Aus Krementschuk wurden 47 Verletzte nach einem russischen Drohnenangriff gemeldet. In der zentralen Oblast Kirowohrad starben zwei Menschen bei einem Angriff auf einen nicht näher beschriebenen Betrieb, drei wurden verletzt.

Selenskyj nannte den Angriff ein „Geburtstagsgeschenk für Putin“. Kremlchef Wladimir Putin, der den Krieg gegen die Ukraine befohlen hat, wurde am Mittwoch 74 Jahre alt. Das Datum fällt mit dem 20. Todestag der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja zusammen, die 2006 in Moskau ermordet wurde.

Hauptziel der russischen Angriffe sei die Energieinfrastruktur gewesen, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Die Ukraine befürchtet, dass Russland wie in den vergangenen Wintern darauf zielt, die Energieversorgung lahmzulegen. Das russische Militär sprach in Moskau von Angriffen auf Produktionsstätten des Raketen- und Drohnenbauers Fire Point in Kiew und anderen Städten. Die ukrainische Hauptstadt war den Angaben zufolge ein Schwerpunkt des massiven Luftangriffs. In den frühen Morgenstunden waren viele Explosionen zu hören, wie das Portal „Kyiv Independent“ berichtete. „Die Raketen schlagen eine nach der anderen ein. Soweit ich zählen kann, sind es mindestens zehn bis zwölf Explosionen. In der Innenstadt ist es ziemlich laut“, sagte ein Reporter.

Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete morgens von mindestens zwei Toten. Sie seien in den Trümmern von Garagen im östlichen Stadtteil Darnyzja gefunden worden. Zwei weitere Menschen seien dort lebend geborgen worden. Im Stadtbezirk Obolon seien Gebäude getroffen worden, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Im Bezirk Podil seien Lagerhallen getroffen worden. Am Nachmittag gab es nach einem neuen russischen Angriff einen weiteren Toten. Nach Selenskyjs Angaben setzten die russischen Streitkräfte 70 ballistische Raketen und Marschflugkörper verschiedener Typen ein. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, 39 davon seien abgefangen worden. Auch die Industriestädte Dnipro und Saporischschja wurden demnach massiv beschossen. Tote wurden auch aus der Stadt Olexandrija in der Zentralukraine gemeldet.

Die Ukraine wehrt sich seit über viereinhalb Jahren gegen eine Invasion der russischen Streitkräfte. Selenskyj sprach von Gegenangriffen auf russische Ölanlagen und andere Ziele in Perm, Samara und Astrachan. Er veröffentlichte auf X das Video eines Öltankers auf dem Schwarzen Meer vor Sotschi, der am Vortag in Brand geraten worden war.

Quellen

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