Der Freisinger Verein Mibikids ist mit 280 angemeldeten Schülerinnen und Schülern aus etwa 40 Ländern in sein neues Schuljahr gestartet – so viele wie noch nie, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Für die Deutschförderkurse sucht der Verein dringend ehrenamtliche Lehrkräfte.
Anfang Oktober begann das neue Schuljahr, wie die Süddeutsche Zeitung am Sonntag meldet. Nach Erfahrung des Vereins steigt die Zahl der Teilnehmer bis zum Frühjahr weiter an, sagt die Zweite Vorsitzende Ursula Seidensticker. Das große Problem sei, genug ehrenamtliche Gruppenleiterinnen und -leiter zu finden. „Wir brauchen dringend neue Lehrkräfte“, sagt Seidensticker.
Derzeit leistet das Team mit knapp 50 Ehrenamtlichen etwa 80 Wochenstunden Deutschförderung. Mehr sei nicht möglich, sagt Seidensticker. Auf der Warteliste stehen aktuell rund 45 Namen, vor allem an den Standorten Neufahrn und Hallbergmoos ist sie lang. „Unser Ziel ist, allen Kindern noch im laufenden Schuljahr einen Kurs anzubieten.“
Gefördert wird in Kleingruppen mit maximal fünf Kindern, an Grammatik, Leseverständnis und Rechtschreibung. Neben den Kursen für Kindergarten- und Schulkinder gibt es „Mama lernt Deutsch“ für Mütter und Ferien-Intensivkurse. „Alle Angebote sind sehr nachgefragt“, sagt Seidensticker.
Eine pädagogische Ausbildung ist für neue Lehrkräfte nicht nötig. „Wichtig sind Spaß an der Wissensvermittlung, an der Arbeit mit Kindern und gute Deutschkenntnisse“, betont Seidensticker. Wer mitmacht, wird durch Hospitationen und Einarbeitung vorbereitet und erhält eine Aufwandsentschädigung von 15 Euro pro Stunde.
Gegründet wurden die Mibikids im Oktober 2010 als Initiative von Migranten für Migranten, zunächst mit einer Gruppe für vier Kinder. Seitdem sind die Teilnehmerzahlen – außer in den Corona-Jahren – stetig gestiegen. „Auch bei uns macht sich die politische Entwicklung bemerkbar“, sagt Seidensticker: Viele geflüchtete Mütter und Kinder seien wegen des Ukraine-Krieges in den Landkreis gekommen, zudem zögen immer mehr Fachkräfte aus Ländern wie Pakistan, Indien oder Bangladesch zu. Viele Schulen seien mit Kindern ohne oder mit kaum Deutschkenntnissen überfordert und suchten Hilfe bei Mibikids.
„Sprache ist der Schlüssel zur Bildung und Bildung ist der Schlüssel zur Integration: Das ist unser Motto“, sagt Seidensticker. Dass der Verein erfolgreich arbeitet, zeigten die Übertrittszahlen: Bemerkenswert viele der betreuten Viertklässler schaffen den Sprung auf Gymnasium oder Realschule.



