Die Zahl der Todesopfer des russischen Luftangriffs auf die Siedlung Komyschuwacha im Gebiet Saporischschja ist auf 55 gestiegen. Wie der Staatliche Dienst der Ukraine für Notfallsituationen (DSNS) am Samstagmorgen mitteilte, bargen Rettungskräfte binnen eines Tages die Leichen und sterblichen Überreste von neun weiteren Menschen aus den Trümmern. Das meldet die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine unter Berufung auf die Behörde.
Der Angriff auf die Schule, in der am 2. November humanitäre Hilfe ausgegeben wurde, liegt damit fünf Tage zurück. Am Freitag hatte der Leiter der militärischen Regionalverwaltung, Mychajlo Semikin, auf Telegram noch 53 Tote gemeldet, nachdem die Behörde zuvor 50 Opfer gezählt hatte. Am 5. November waren es nach Angaben des DSNS 43 Tote. Die Suche geht weiter: Trotz schwieriger Bedingungen und der ständigen Gefahr weiterer russischer Angriffe setzten Rettungskräfte und Hundestaffeln die Räumung der zerstörten Gebäudeteile und die Absuche des Geländes fort, teilte das DSNS mit.
Wiederholte Schläge auf den Schutzraum
Nach Darstellung der Behörden flogen russische Truppen am 2. November mehrere Angriffe mit Gleitbomben auf die Schule in Komyschuwacha, rund 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Zunächst seien FAB-500-Bomben abgeworfen worden, später auch FAB-3000, teilte der kommissarische Leiter der Regionalverwaltung, Mychajlo Semikin, mit. Die dreitonnige FAB-3000 enthält nach Angaben aus der Region fast anderthalb Tonnen Sprengstoff.
Menschen hätten in einem Schutzraum Zuflucht gesucht, woraufhin weitere neun Bomben gezielt auf diesen Unterstand gefallen seien, berichtete Interfax-Ukraine. Die unterirdische Anlage wurde laut dem Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda als Ausgabestelle für humanitäre Hilfe genutzt; bis Februar 2026 hatte dort eine „Untergrundschule“ gearbeitet, danach wurde der Unterricht eingestellt. Unter den Toten sind nach früheren Angaben zwei Rettungskräfte und vier Polizisten.
Trauer und weiterhin offene Fragen
In der Region gilt seit dem 3. November eine dreitägige Trauer. Der Angriff gilt als einer der schwersten auf das Gebiet Saporischschja seit Beginn der russischen Invasion. Wie viele Menschen noch unter den Trümmern liegen, ist in den aktuellen Meldungen nicht beziffert; zuletzt war von etwa 30 möglicherweise Verschütteten die Rede, sieben zuvor Vermisste wurden lebend gefunden.
Die Behörden setzen die Suche fort, solange Funde möglich sind. Für die Angehörigen bedeutet das weitere Tage des Wartens – und die Gewissheit, dass die Zahl der Toten weiter steigen kann. Die DSNS-Angaben vom Samstagmorgen sind der bislang höchste Stand; eine offizielle Bestätigung, dass die Suche abgeschlossen ist, liegt nicht vor.
Zuvor berichtet: Komyschuwacha: 53 Tote aus Schulruine geborgen



