Moderna-Chef Stéphane Bancel hält sich derzeit in Berlin auf und führt Gespräche mit der Bundesregierung. Gegenüber dem Handelsblatt erklärte Bancel, die BioNTech-Anlagen seien eine interessante Option – im Vergleich zu einem Neubau. Voraussetzung sei jedoch eine passende Partnerschaft mit der deutschen Regierung.
BioNTech hatte Anfang Mai die Schließung mehrerer Produktionsstandorte in Deutschland angekündigt. Das Unternehmen stellt damit auch die Produktion von Corona-Impfstoffen im Land ein. Moderna zeigt nun Interesse an den Werken des einstigen Konkurrenten aus der Pandemie-Zeit.
Bancel machte deutlich, dass Moderna im Falle einer Investition auch Beschäftigte von BioNTech übernehmen würde. Zugleich forderte er von Deutschland bessere Rahmenbedingungen für Pharmafirmen. Konkret kritisierte er das geplante Beitragsstabilisierungsgesetz von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, das auch die Pharmaindustrie zu Einsparungen im Gesundheitssystem verpflichten soll.
Der Moderna-Chef strebt eine langfristige Partnerschaft mit der Bundesregierung an, ähnlich wie sie das Unternehmen bereits im Vereinigten Königreich und in Kanada eingegangen ist. Sollte Berlin nicht mitziehen, droht Bancel mit Alternativen in Europa. Er warnte zudem, dass ohne Investitionen bald keine mRNA-Produktionskapazitäten mehr in Deutschland und Europa vorhanden seien – ein massives Souveränitätsproblem angesichts des Aufbaus von mindestens fünf mRNA-Unternehmen in China.
Quelle: Tagesschau



