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Moskau signalisiert Dreiergespräche im November

Nach dem Treffen mit Witkoff will Russland wieder mit USA und Ukraine verhandeln – doch Termin und Ort sind offen, und aus Kyjiw fehlt die Bestätigung.

Moskau signalisiert Dreiergespräche im November
Symbolbild: Marcus Luu / Pexels

Nach dem Treffen mit Witkoff will Russland wieder mit USA und Ukraine verhandeln – doch Termin und Ort sind offen, und aus Kyjiw fehlt die Bestätigung.

Stand: 21. Oktober, 19 Uhr. Nach dreistündigem Gespräch mit US-Sondergesandtem Steve Witkoff in Sankt Petersburg hat Russland signalisiert, die Dreiergespräche mit den USA und der Ukraine wieder aufnehmen zu wollen. Kremlberater Juri Uschakow sagte laut Interfax, Moskau sei „im Prinzip“ bereit, die Verhandlungen fortzusetzen. Hauptthema solle ein Sicherheitssystem für Russland und die Ukraine nach dem Ende der Kämpfe sein.

Ein Termin steht nicht fest, und genau hier widersprechen sich die Berichte. Die Nachrichtenagentur dpa und Axios nennen „nach dem 10. November“ beziehungsweise „um den 10. November“, russische Medien über CBS und UNN sprechen vom Beginn des Monats, die Kyiv Post von Mitte November. Als möglicher Ort wird nach Uschakows Worten Abu Dhabi genannt. Dort fanden zwei frühere Runden statt; die bislang letzte Dreierrunde war im Februar in Genf.

Aus Washington kam eine Bestätigung nur anonym. Ein US-Vertreter sagte laut Axios, Witkoff und Jared Kushner hätten ein Treffen auf technischer Ebene vorgeschlagen: „Das wurde gestern in Oslo von den Ukrainern akzeptiert und heute in Sankt Petersburg von den Russen.“ Eine offizielle Bestätigung aus Kyjiw gab es bis zum Abend nicht. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Dienstag vielmehr ein Treffen von ihm, Putin und Trump als nächsten Schritt genannt – ein Format, das Moskau bisher ablehnt.

Der Ton aus Moskau bleibt hart. Uschakow sagte, die Oslo-Vorschläge der Europäer und Kyjiws enthielten „wenig Nützliches“. Kremlsprecher Dmitri Peskow kündigte an, Putin werde die mitgebrachten US-Papiere prüfen, die Gespräche würden aber lange dauern. Außenminister Sergej Lawrow schloss politische Zugeständnisse laut Kyiv Post aus. Russland verlangt weiter den Abzug der Ukraine aus dem Donbass als Bedingung für eine Waffenruhe; Kyjiw lehnt das ab.

Nebenbei gab es Bewegung bei anderen Themen: Putin kündigte die Freilassung des US-Bürgers Stephen Hubbard an, den Trump ohne „Austausch“ frei bekommen haben will. Zudem wirbt Moskau für wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den USA, etwa bei Dünger und Diesel. Putin will laut dpa zudem ein Treffen mit Trump und Xi Jinping am Rande des APEC-Gipfels im November.

Unsere Einschätzung, mit Vorbehalt: Das Signal ist real, aber klein. Ein Treffen von Arbeitsgruppen ist kein Waffenstillstand, und es erlaubt Moskau, Verhandlungsbereitschaft zu zeigen, ohne etwas zuzugestehen – was in Washington zugleich Druck für weitere Sanktionen mindern kann. Für Kyjiw liegt der Wert darin, die USA im Verfahren zu halten. Realistisch erscheinen zwei Wege: ein technisches Treffen im November mit dünnen Ergebnissen oder eine neue Absage, falls der Streit über Angriffe auf Energieanlagen eskaliert. Wir halten die erste Variante für wahrscheinlicher, ohne es sicher sagen zu können.

Zuvor berichtet: Witkoff trifft Putin in Sankt Petersburg.

Quellen: dpa, Axios, CBS News, Kyiv Post, UNN

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