München gilt als heimliche Hauptstadt der deutschen Popmusik – zumindest was die Vergangenheit betrifft. Bands wie die Spider Murphy Gang, Münchener Freiheit oder Künstler wie Konstantin Wecker haben hier Musikgeschichte geschrieben. Doch der Weg zum Erfolg führt heute oft über Berlin, Hamburg oder Köln. Ein neuer ThemenGeschichtsPfad und ein geplantes Songwriter-Camp im Sommer sollen gegensteuern und die Stadt wieder als Pop-Standort stärken.
Neuer Geschichtspfad zur Popmusik
Das Kulturreferat hat den achten Band der Reihe „ThemenGeschichtsPfade“ veröffentlicht. Unter dem Titel „Zwischen Glamour und Nische – Popmusikgeschichte in München“ beleuchtet die Broschüre die Disco-, Rock- und Popgeschichte der Stadt vom Zweiten Weltkrieg bis heute. Wie die Stadt München mitteilt, umfasst der Pfad 43 Stationen und vier Routen durch die Stadt. Die gedruckte Fassung ist kostenlos am Infopoint Museen & Schlösser in Bayern im Alten Hof 1 sowie in der Feierwerk Zentrale in der Hansastraße 4 erhältlich. Zudem steht sie als barrierefreies PDF zum Download bereit.
Präsentation und Songwriter-Camp
Im Rahmen der Langen Nacht der Musik findet am Samstag, 9. Mai, um 19.30 Uhr im Optimal Records Plattenladen in der Kolosseumstraße 6 eine ausführliche Präsentation der Broschüre statt. Der Geschichtspfad ist Teil eines größeren Vorhabens: Ein Songwriter-Camp im Sommer soll talentierte Musikerinnen und Musiker nach München locken und ihnen eine Plattform bieten. Das Camp zeigt zugleich, wie viel für eine nachhaltige Popförderung noch fehlt – von bezahlbaren Proberäumen bis zu Auftrittsmöglichkeiten.
Die Münchner Pop-Szene ist lebendig, aber zersplittert. Viele Künstlerinnen und Künstler arbeiten in Nischen, ohne breite Wahrnehmung. Der neue Geschichtspfad und das Camp sind Versuche, die Szene sichtbarer zu machen und ihr eine gemeinsame Identität zu geben. Ob das reicht, um Talente in der Stadt zu halten, wird sich zeigen.
Quelle: www.sueddeutsche.de



