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Weltkriegsbombe in Sinzheim: A5 bei Baden-Baden ab 19.30 Uhr gesperrt

Nach dem Fund einer 250-Kilo-Fliegerbombe in Sinzheim muss die A5 zwischen Bühl und Baden-Baden am Abend vollständig gesperrt werden. Im Umkreis von einem Kilometer müssen Anwohner ihre Häuser verlassen.

Weltkriegsbombe in Sinzheim: A5 bei Baden-Baden ab 19.30 Uhr gesperrt
Archivfoto: Marek Ślusarczyk (Tupungato) Photo portfolio / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Nach dem Fund einer 250-Kilo-Fliegerbombe in Sinzheim muss die A5 zwischen Bühl und Baden-Baden am Abend vollständig gesperrt werden. Im Umkreis von einem Kilometer müssen Anwohner ihre Häuser verlassen.

Wegen einer 250 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe in Sinzheim bei Baden-Baden wird die Autobahn A5 am Donnerstagabend zwischen den Anschlussstellen Bühl und Baden-Baden vollständig gesperrt – ab etwa 19.30 Uhr. Das teilte das Landratsamt Rastatt mit, wie unter anderem der SWR und die Deutsche Presse-Agentur berichten. Autofahrer wurden gebeten, den Bereich großräumig zu umfahren.

Ein Baggerfahrer hatte den Sprengkörper am Donnerstagvormittag bei Bauarbeiten zwischen dem Sandbach und der A5 entdeckt, nahe einer Gemeinschaftskläranlage. Die Entschärfung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst ist für den Abend gegen 20.00 Uhr geplant. Dafür müssen die Menschen im Umkreis von einem Kilometer um den Fundort ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Wie viele Menschen betroffen sind, blieb zunächst unklar.

Die Behörden sind vor Ort und informieren die betroffenen Bewohner über die Evakuierung. Als Anlaufpunkt für Evakuierte dient der Bürgersaal im Rathaus der Gemeinde Sinzheim. Weitere Informationen zum Ablauf der Evakuierung und zur Dauer der Sperrung sollen auf der Internetseite des Landkreises Rastatt und auf dessen Social-Media-Kanälen folgen.

Blindgänger im Südwesten kein Einzelfall

Der Fund ist kein Einzelfall in der Region. Ende August war in Karlsruhe eine ebenfalls 250 Kilo schwere Weltkriegsbombe entdeckt und noch am selben Abend entschärft worden; der Bahnverkehr war dafür zeitweise gesperrt, berichtete der SWR.

Mitte Mai hatte eine 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe in Pforzheim größere Räumungen verursacht, bis zu 30.000 Menschen waren betroffen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr 19 Bombenblindgänger mit einem Gewicht von je mindestens 50 Kilogramm unschädlich gemacht, 2024 waren es 13. 17 seien entschärft, 2 kontrolliert gesprengt worden, heißt es in einer Mitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart. Bei 930 Einsätzen (2024: 811) sammelten die Fachleute rund 18,8 Tonnen Kampfmittel und Munition ein (2024: 16,6 Tonnen), gefunden auf Baustellen, Privatgrundstücken oder in freier Natur.

100.000 Tonnen Abwurfmunition allein in Baden-Württemberg

Die Dimensionen dahinter sind gewaltig: Rund 1,35 Millionen Tonnen Munition wurden im Zweiten Weltkrieg auf das Gebiet des damaligen Deutschen Reichs abgeworfen. „Alleine auf das Land Baden-Württemberg entfielen rund 100.000 Tonnen Abwurfmunition“, zitiert die dpa das Regierungspräsidium. Hiervon seien etwa 10 bis 15 Prozent nicht explodiert. Daher würden noch viele Blindgänger in Böden und Gewässern vermutet.

Wie die Behörden mit einem Fund umgehen, hängt vom Fundort und vom Zustand des Weltkriegsrelikts ab: Mal handeln sie sofort, mal vergehen einige Tage zwischen Entdeckung und Evakuierung, in denen die Räumung vorbereitet wird. In Sinzheim bleibt dafür keine Zeit – die Bombe soll noch am Abend entschärft werden.

Anmerkung der Redaktion: Für Autofahrer auf der A5 und Pendler in der Region bedeutet der Abend eine kurzfristige, aber weiträumige Umleitung; wer zwischen Bühl und Baden-Baden unterwegs ist, sollte die Fahrt verschieben oder großzügig ausweichen. Ob die Sperrung über den Abend hinaus andauert, ist offen – das Landratsamt Rastatt will dazu auf seinen Kanälen informieren.

Quellen

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