Die Schwerelosigkeit im All führt zu strukturellen und funktionellen Veränderungen im Gehirn. Das zeigt eine neue Metastudie, die im Frontiers in Psychology erschienen ist und von der BBC exklusiv vorgestellt wurde. Forscher des Birkbeck College der Universität London werteten 15 bildgebende Studien mit rund 377 Teilnehmern aus – darunter Astronauten und Probanden in erdgebundenen Simulationen.
„Wir haben eine Gruppe von Hirnregionen identifiziert, die sich verändern, wenn die Schwerkraft fehlt“, sagte Studienleiterin Elisa Raffaella Ferrè, Professorin für kognitive Neurowissenschaft am Birkbeck College. Betroffen sind demnach Areale, die für Bewegung, Gleichgewicht und die Wahrnehmung der Körperposition zuständig sind. Auch der Operculum – eine Region, die verschiedene Sinneseindrücke zusammenführt – passt sich an.
Die Anpassung des Gehirns an die Schwerelosigkeit ist ein Beispiel für Neuroplastizität. Allerdings könnte sie für Missionen jenseits des Mondes zum Problem werden, da das Gehirn evolutionär auf die ständige Wahrnehmung der Erdanziehung ausgelegt ist. „Die Schwerkraft ist das erste Signal, das ein Fötus während der Entwicklung empfängt“, erklärte Ferrè. „Unser Gehirn wird buchstäblich auf der Grundlage der Gravitationswahrnehmung geformt.“
Quelle: www.bbc.com



