Italo plant, ab 2028 mit 30 Zügen in den deutschen Markt einzusteigen und fokussiert sich auf die Strecken München-Dortmund und München-Hamburg. Dies könnte Auswirkungen auf den Fernverkehr in Deutschland haben, warnt die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG.
EVG-Chef Martin Burkert äußerte in der „Bild am Sonntag“: „Wenn Italo hier Rosinenpickerei betreiben darf und die Bahn von den Hauptstrecken verdrängt wird, zerlegt das unseren Fernverkehr.“ Die Deutsche Bahn könne dann Fernzugverbindungen abseits der Metropolen weniger quersubventionieren.
Die EVG-Analyse nennt konkret 16 Städte, die vom Fernverkehr abgekoppelt werden könnten, darunter Aachen, Augsburg, Bamberg und Chemnitz. In Trier könnte eine bereits geplante IC-Anbindung wegfallen. Burkert sieht Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) in der Pflicht. „Der Verkehrsminister darf nicht einfach die Hände in den Schoß legen, sondern muss den Wettbewerb fair gestalten“, forderte der EVG-Vorsitzende. Er verlangt sogenannte Paketlösungen bei der Streckenzuteilung. Italo solle verpflichtet werden, auch Zuglinien in der Provinz zu bedienen.
Zusätzlich droht dem deutschen Schienennetz ein weiteres strukturelles Problem: Mehr als 90 Bahnprojekte könnten aufgrund fehlender Bundesmittel zum Stillstand kommen. Dies betrifft auch Projekte von überragendem öffentlichen Interesse, wie aus einer Anfrage der Grünen hervorgeht.
Quelle: Tagesschau



