So., 05 Juli 2026 Kyjiw 01:26Berlin 00:26London 23:26 UKR / DE / EN

Seilbahn-Neubau gestoppt: Umweltprüfung kommt trotzdem

Der Neubau der Scheidtobelbahn am Fellhorn im Allgäu liegt vorerst auf Eis. Das Verwaltungsgericht Augsburg hat einen vorläufigen Baustopp verhängt – der Liftbetreiber startet nun freiwillig eine Umweltverträglichkeitsprüfung.

Seilbahn-Neubau gestoppt: Umweltprüfung kommt trotzdem
Bild: abendzeitung-muenchen.de

Das Verwaltungsgericht Augsburg stoppte den Bau der Scheidtobelbahn in einem Eilverfahren. Auslöser war eine Klage des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV). Die Richter ordneten den vorläufigen Stopp an, weil ungeklärt ist, ob die Genehmigung ohne Umweltprüfung mit EU-Recht vereinbar ist.

Die Fellhornbahn GmbH, Betreiberin des Lifts, wartet die endgültige Entscheidung nicht ab. „Damit schaffen wir die Voraussetzungen, das Projekt auf einer rechtssicheren Basis zügig weiterzuentwickeln“, erklärte eine Sprecherin der Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen. Das Unternehmen hat die Umweltverträglichkeitsprüfung bereits gestartet.

Das Landratsamt Oberallgäu hatte auf eine solche Prüfung verzichtet – gestützt auf das dritte bayerische Modernisierungsgesetz, das Bürokratie abbauen soll. Die Scheidtobelbahn war das erste Projekt, das nach dieser Regelung genehmigt wurde. Der LBV fordert einen kompletten Baustopp, auch für die Pistenarbeiten. „Solange die Rechtmäßigkeit dieses Projekts nicht abschließend geklärt ist, darf kein weiterer Schaden entstehen“, sagte LBV-Geschäftsführer Helmut Beran. Das Gebiet gilt als Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Birkhuhns.

Quelle: Stadt München