Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte die Reform an, die die bisherige Praxis ersetzt: Bislang durften Beschäftigte bis zum dritten Fehltag zu Hause bleiben, ohne ein ärztliches Attest vorlegen zu müssen. Das neue System soll die Wirtschaftskraft Deutschlands stärken.
Während Arbeitgeber die Änderung begrüßen, stoßen die Pläne auf heftigen Widerstand von Ärzten und Gewerkschaften. Frank Werneke, Vorsitzender der Verdi, warf Merz vor, eine „Kultur des Misstrauens gegenüber Arbeitnehmern“ zu schaffen. Die Deutsche Hausärzteverband warnte vor einer „absoluten Katastrophe“: Die Praxen würden mit Patienten überflutet, die eigentlich im Bett bleiben sollten.
Die Reform ist Teil eines größeren Pakets, das die schwarz-rote Koalition aus CDU/CSU und SPD vereinbart hat. Es sieht unter anderem Bürokratieabbau, eine schrittweise Anhebung des Rentenalters von 67 auf 70 Jahre sowie Steuersenkungen für niedrige und mittlere Einkommen vor, finanziert durch höhere Sätze für Einkommen über 250.000 Euro. „Der lang erwartete Reformsommer in Deutschland ist endlich da“, sagte ING-Ökonom Carsten Brzeski.
Quelle: www.unian.ua



