Das ukrainische Unternehmen F-Drones präsentierte den modernisierten Komplex LITAVR mit der Software 3D LARAG. Der Abfangdrohne führt den gesamten Flug eigenständig durch, während der Bediener lediglich den Start auslöst und die Zielbestätigung gibt.
Bei Feldtests verfolgte und zerstörte der Drohne vom Kopfflugzeugtyp ein Luftziel vollkommen autonom. Der Hersteller bezeichnet die Entwicklung als den ersten vollständig autonomen Abfangdrohnen dieser Art. Eine unabhängige Bestätigung dieses Status liegt bislang nicht vor.
Der Drohne startet selbstständig, berechnet die Abfangbahn, holt das Ziel ein und erfasst es zur Verfolgung. Wenige hundert Meter vor dem Ziel reduziert er die Geschwindigkeit und folgt dem Ziel. Der Bediener überwacht den Vorgang und gibt die endgültige Freigabe zum Angriff. Danach beendet der Abfangdrohne die Mission eigenständig. Die menschliche Beteiligung beschränkt sich auf zwei Befehle: Start und Angriffsbestätigung – ein Prinzip, das als „Human-in-the-Loop“ bekannt ist.
Der autonome Komplex besteht aus dem Drohnen LITAVR und der firmeneigenen Softwareplattform 3D LARAG. Das System zeigt den Abfangprozess in Echtzeit in zwei- und dreidimensionalen Ansichten. Der Bediener sieht die Position des Drohnen, des Ziels und deren Flugbahnen. Für den Missionsstart benötigt der Komplex die Koordinaten des Luftziels, die über einen Multiprotokoll-Interface von verschiedenen Radartypen kommen können. F-Drones nutzt zudem ein eigenes Fernsteuerungssystem, das die Beobachtung und Bestätigung des Abfangs aus großer Entfernung ermöglicht – theoretisch von jedem Ort der Welt mit entsprechendem Steuerkanal.
Die Reichweite der neuen LITAVR-Version beträgt laut Hersteller bis zu 65 Kilometer, die Einsatzhöhe übersteigt 9 Kilometer. Die vorherige Version verfügte bereits über eine automatische Endanflugsteuerung. Im Juni gab das Verteidigungsministerium eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 350 km/h, einen Standardradius von 40 Kilometern und eine Flughöhe von bis zu 9 Kilometern an. Die Basisversion von LITAVR befindet sich bereits in Serienproduktion. Die Entwicklung begann im Herbst 2024, im Sommer 2025 erfolgte die Kodifizierung, und im Herbst desselben Jahres begannen die Auslieferungen an die Verteidigungskräfte.
Quelle: 24tv.ua



