Die Lage in der spanischen Ceuta spitzt sich zu. Einheimische setzten am Strand improvisierte Hütten von Migranten in Brand, obwohl die Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort war. Zuvor hatten Demonstranten am Donnerstagabend Lastwagen des Roten Kreuzes blockiert, die Lebensmittel an den Trampolín-Strand bringen sollten, wo Hunderte Marokkaner kampieren.
Bei den Protesten, die immer mehr Zulauf finden, fallen Slogans wie „Das Volk hilft dem Volk“ und „Raus mit den Eindringlingen“. Für Samstag ist in Spanien zu einer „Solidaritäts-Armada“ mit 60 Schiffen nach Ceuta aufgerufen. Die rund 9000 Sicherheitskräfte stehen zunehmend zwischen den Fronten und müssen Migranten vor wütenden Einwohnern schützen.
Der deutsche Arzt Leon van Bömmel von der Hilfsorganisation Mission Lifeline berichtete der F.A.Z. aus Ceuta, dass junge Spanier verletzte Migranten durch die Straßen jagten. Die lokale Menschenrechtsorganisation Elín meldet Vermummte mit Baseballschlägern, die Zelte zerstören. Die gesundheitliche Versorgung sei nicht gewährleistet: „Wir sehen sehr viele Verletzungen, Infektionen, Knochenbrüche und chronische Erkrankungen, die seit Wochen unbehandelt bleiben.“
Am frühen Donnerstagmorgen geriet eine Militärpatrouille im Stadtteil Benzú in einen Hinterhalt. Mehrere Dutzend Männer umringten ein ungepanzertes Fahrzeug und bewarfen es mit Steinen; die vier unbewaffneten Soldaten mussten fliehen, einer wurde verletzt. Die Polizei nahm zwölf mutmaßliche Angreifer fest. Territorialminister Ángel Víctor Torres rief zu Gewaltlosigkeit auf, während die Generalstaatsanwältin Teresa Peramato die Lage als „dramatisch“ bezeichnete.
Quelle: www.faz.net



