Bei einem massiven russischen Drohnenangriff auf Sumy sind in der Nacht zum Freitag mindestens zwei Menschen verletzt worden. Das teilte der Gouverneur der Region Sumy, Oleh Hryhorov, nach Angaben des Nachrichtenportals Kyiv Post und des Nachrichtenportals NV mit.
„In der Nacht hat der Feind einen massiven Angriff mit Kampfdrohnen auf Sumy geführt“, schrieb Hryhorov laut Kyiv Post auf seinem Telegram-Kanal. „Leider haben einige feindliche Drohnen ihre Ziele erreicht.“ Nach Angaben des Gouverneurs galten die Angriffe ziviler Infrastruktur an drei Stellen der Stadt, darunter der Wohnbezirk Kowpakiwskyj. Dort seien Wohngebäude beschädigt worden. Wie schwer die Verletzungen der beiden Opfer sind, war zunächst nicht bekannt; sie wurden medizinisch versorgt. Rettungskräfte arbeiteten an den Einschlagstellen. Die Angaben zu Schäden und Verletzten seien vorläufig, hieß es.
NV bezeichnete den Angriff als massiven Drohnenangriff mit Shahed-Drohnen. Die Angaben beider Portale beruhen auf Hryhorovs Darstellung; unabhängig überprüfen ließen sie sich zunächst nicht.
Sumy liegt nahe der russischen Grenze und ist seit Beginn des Krieges immer wieder Ziel von Drohnen-, Raketen- und Gleitbombenangriffen. Nach Angaben von NV traf in der Nacht zum 20. Oktober eine Drohne ein Wohnhaus im Stadtteil Saretschnyj und löste einen Brand aus. Am 17. Oktober feuerte die russische Armee acht gelenkte Fliegerbomben auf Orte in der Region Sumy ab, vier davon auf die Stadt; dabei wurde ein 42-jähriger Mann getötet und zwei Menschen verletzt. Am 8. Oktober beschoss die russische Armee die Stadt nach NV-Angaben mit vier Langstreckenraketen, ein Mensch starb, vier wurden verletzt, darunter zwei Kinder mit leichten Verletzungen.
Der Angriff auf Sumy folgte auf eine weitere Nacht mit russischen Raketen- und Drohnenangriffen am 22. Oktober. In Kyjiw trafen nach Angaben des Staatlichen Katastrophenschutzes ballistische Raketen Wohngebäude, medizinische Einrichtungen, Geschäfte und Verkehrsinfrastruktur, darunter Abschnitte der Metro an der Südbrücke; ein Mensch wurde getötet, mindestens 22 wurden verletzt (Stand Donnerstagmorgen). Auch die Regionen Charkiw, Saporischschja, Donezk und Cherson wurden angegriffen. In der Region Donezk wurden nach diesen Angaben zwei Zivilisten getötet und neun verletzt, in der Region Cherson ein Mensch getötet und vier verletzt, in der Region Saporischschja drei Menschen getötet und drei verletzt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte laut Kyiv Post, Moskau nutze langsamer werdende Lieferungen westlicher Luftverteidigungssysteme und nachlassenden Sanktionsdruck aus. Die Ukraine fordert seit langem zusätzliche Patriot-Abfangraketen aus US-Produktion. In Brüssel kündigte die NATO nach Kyiv Post an, die Ukraine dürfe Waffen über die zentrale Beschaffungsagentur des Bündnisses im Einzelfall kaufen.
Die Angriffe laufen weiter, obwohl Moskau nach Kyiv Post erklärt hat, im kommenden Monat dreiseitige Verhandlungen mit der Ukraine und den USA wieder aufnehmen zu wollen. Russland verlangt weiterhin einen Rückzug der Ukraine aus den von ihr kontrollierten Gebieten der Region Donezk und weitreichende Beschränkungen für das ukrainische Militär und seine westlichen Sicherheitsbeziehungen. Kyjiw lehnt diese Bedingungen ab.



