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Sturmtiefs bringen Böen bis 100 km/h nach Deutschland

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor schweren Sturmböen am Freitag, vor allem vom Rheinland bis ins Emsland. In der Nacht zu Sonntag folgt das zweite Sturmtief.

Sturmtiefs bringen Böen bis 100 km/h nach Deutschland
Symbolbild: Marian Florinel Condruz / Pexels

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor schweren Sturmböen am Freitag, vor allem vom Rheinland bis ins Emsland. In der Nacht zu Sonntag folgt das zweite Sturmtief.

Zwei Sturmtiefs bringen am Wochenende in weiten Teilen Deutschlands Sturmböen und viel Regen – der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für viele Regionen Warnungen herausgegeben. Am Freitag, 23. Oktober, warnt der DWD für den Abend vom Rheinland bis ins Emsland vor schweren Sturmböen bis 100 Kilometern pro Stunde, wie die Berliner Zeitung berichtet.

Schon tagsüber lebt der Wind von Westen und Südwesten rasch auf. Verbreitet sind laut Berliner Zeitung stürmische Böen zwischen 55 und 75 Kilometern pro Stunde zu erwarten, auf den Bergen sind Sturmböen und orkanartige Böen bis 110 Kilometer pro Stunde möglich. Der tagesschau.de zufolge muss sich als Erstes der Westen und Südwesten auf stürmische Böen mit bis zu 75 Kilometern pro Stunde einstellen, über Berglagen können Sturmböen mit bis zu 110 Kilometern pro Stunde hinwegziehen.

Am Abend und in der ersten Nachthälfte erreicht der Sturm seinen Höhepunkt. In den westlichen Landesteilen drohen dann Sturmböen bis 85 Kilometer pro Stunde, zwischen Rheinland und Emsland bis 100 Kilometer pro Stunde, wie die Berliner Zeitung unter Berufung auf den DWD schreibt. Über der offenen Nordsee erreichen die Böen demnach Windstärke 10. An der Küste kommt der Wind ungewöhnlich aus Südost, also vom Land her.

In Nordrhein-Westfalen soll sich der Herbstwind am späteren Nachmittag zu Sturmböen steigern, wie der WDR berichtet. Am Abend rollt das Sturmtief „Luise“ laut NDR weiter in Richtung Niedersachsen. In der Nacht werden dann auch in großen Teilen von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein Wind- und stürmische Böen erwartet. Der DWD warnt zudem vor stürmischen Böen an der Nordsee, die sich über dem Meer zu schweren Sturmböen ausweiten können.

Brocken: Spitzen bis 150 Kilometer pro Stunde erwartet

In der Nacht zu Sonntag zieht laut DWD ein zweites Sturmtief heran. Nach Angaben des NDR sollen dann die Ausläufer des Sturmtiefs „Manja“ Norddeutschland erreichen. An der Nordseeküste werde das „Windmaximum“ in der Nacht zu Montag erwartet – mit schweren Sturmböen und in exponierten Lagen teils orkanartigen Böen. Auch an der mecklenburgischen Ostseeküste seien in einzelnen Abschnitten schwere Sturmböen nicht ausgeschlossen.

Auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen müssen sich am Wochenende auf stürmische Zeiten einstellen. Für den Brocken gilt ebenfalls eine Sturmwarnung: In der Nacht zum Sonntag soll der Wind dort Orkanstärke mit Spitzenwerten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde erreichen, wie tagesschau.de meldet.

Im Südwesten können ab dem Nachmittag einzelne starke Gewitter mit Sturmböen bis 85 Kilometern pro Stunde hinzukommen. In Staulagen einiger westlicher Mittelgebirge ist laut DWD mit Dauerregen zwischen 30 und 40 Litern pro Quadratmeter zu rechnen. In den Alpen oberhalb von 1.200 bis 1.500 Metern könnte es einige Zentimeter Neuschnee geben.

Warum der Sturm bei vollem Laub gefährlich wird

Die Böen dieses Sturms bringt fast jeder Wintersturm mit sich – gefährlich macht ihn der Kalender. Ende Oktober tragen die meisten Laubbäume noch ihr volles Blätterkleid, eine belaubte Krone bietet dem Wind ein Vielfaches an Angriffsfläche, wie die Berliner Zeitung erklärt. Der Regen der vergangenen Tage mache das Laub schwer und weiche den Boden auf, die Wurzeln verlören Halt.

Wie folgenreich ein Sturm bei vollem Laub sein kann, zeigte Orkantief „Xavier“ im Oktober 2017: Sieben Menschen starben, die Bahn stellte den Fernverkehr in Norddeutschland stundenlang ein. In diesem Jahr kommt die Trockenheit hinzu. Laut der Statistik von wetterprognose-wettervorhersage.de, auf die sich die Berliner Zeitung beruft, fielen im September bundesweit nur rund 36 Liter Regen pro Quadratmeter.

Wegen der erwarteten Herbststürme haben einige Reedereien bereits Einschränkungen und Ausfälle angekündigt, betroffen sind etwa Verbindungen nach Helgoland, wie tagesschau.de berichtet. Der DWD rät, während des Sturmtiefs Türen und Fenster geschlossen zu halten und Wälder sowie Parks wegen der Gefahr herabstürzender Äste zu meiden. Gartenmöbel, Blumentöpfe, Fahrräder und Mülltonnen sollten sicher untergestellt oder befestigt werden.

Am Samstag lässt der Wind etwas nach, stürmisch bleibt es trotzdem. Im Nordosten regnet es weiter, im Westen und Süden zeigt sich zwischendurch die Sonne. Laut wetter.com, zitiert von der Berliner Zeitung, kommen die Höchstwerte nur noch auf 10 bis 13 Grad, nach bis zu 17 Grad am Freitag. In der Nacht zum Sonntag wird zudem die Uhr auf Winterzeit zurückgestellt. Ab Montag beruhigt sich das Wetter unter Hochdruckeinfluss, für Dienstag sind nach aktuellem Stand bis zu 21 Grad möglich.

Quellen

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