Wegen starker Winde ist in Freiburg und im Dreisamtal am Sonntagmorgen großflächig der Strom ausgefallen – die Uniklinik konnte deshalb zeitweise nicht mehr alle Notfälle in ihrer Notaufnahme versorgen. Wie die Klinik auf Instagram mitteilte, sollen nur noch lebensbedrohliche Notfälle nach Freiburg kommen, andere Patienten auf umliegende Notaufnahmen und Notfallpraxen ausweichen, berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur.
Am Sonntag, 25. Oktober, waren laut Polizei zwischenzeitlich mehrere tausend Haushalte ohne Strom. Am Vormittag hatten die meisten von ihnen wieder Versorgung. Grund für den Ausfall war nach Angaben der Polizei ein Blechdach, das am Morgen durch die starken Winde in ein Umspannwerk im Freiburger Stadtteil Littenweiler flog und dort einen Kurzschluss verursachte.
In Oberried fehlt der Strom noch
Eine Sprecherin des Energieversorgers Badenova sagte der Nachrichtenagentur dpa, inzwischen seien die meisten Haushalte in Freiburg und Umgebung wieder am Netz. Nur in Oberried, einer kleinen Gemeinde südöstlich von Freiburg, sei der Strom noch weg. Techniker arbeiteten daran, auch die gut 2.500 Haushalte dort wieder zu versorgen, meldet die Süddeutsche Zeitung.
Für Teile des Schwarzwaldes gilt seit der Nacht eine Unwetterwarnung. Die Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) rechnen unter anderem mit orkanartigen Böen von bis zu 120 Kilometern pro Stunde und starken Regenfällen mit bis zu 80 Litern pro Quadratmeter.
Sturmflutwarnung für die Nordseeküste
Deutlich ruhiger, aber nicht ungefährlich bleibt die Lage im Norden. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnt vor einer Sturmflut an der deutschen Nordseeküste. In der Nacht zum Montag werde das Hochwasser an der ostfriesischen Küste und im Elbegebiet 1,5 bis 2 Meter, im Wesergebiet etwa 1,5 Meter und an der nordfriesischen Küste 2 bis 2,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten. In Hamburg soll der Pegel St. Pauli am Montagmorgen gegen 4.00 Uhr auf 2 Meter über dem mittleren Hochwasser steigen. Ab einer Höhe von 1,5 Metern spricht man von einer Sturmflut; der tiefer gelegene Teil des St.-Pauli-Fischmarktes wird dann von der Elbe überspült.
Schon in der Nacht zu Sonntag war es mit Sturmtief „Manja“ in Teilen Deutschlands stürmisch geworden. Auf dem Brocken im Harz wurden orkanartige Böen von bis zu 111 Kilometern pro Stunde gemessen, in Nordrhein-Westfalen erreichten Sturmböen um 90 Kilometer pro Stunde. In Gelsenkirchen lösten sich am Samstagabend große Styropor-Platten vom Dach eines Hauses in der Innenstadt; die Polizei sperrte einen Teil der Bahnhofstraße bis zum Morgen ab, Feuerwehr und THW bargen die Platten stundenlang mit einem Kranwagen. Mehrere Bahnstrecken waren laut WDR auch nach „Manja“ noch durch umgestürzte Bäume beeinträchtigt, teils stammten diese Schäden aber noch vom Vortag.
Im Harz verzeichnete die Leitstelle nach eigenen Angaben seit Samstagmorgen insgesamt 28 Einsätze wegen umgestürzter Bäume und herabfallender Äste. Es kam zu Beschädigungen an Autos und einem Haus, verletzt wurde niemand. In Hessen meldete die Polizei nach einer in Teilen stürmischen und regnerischen Nacht lediglich kleinere Sachschäden.
Anmerkung der Redaktion: Für Freiburg und das Umland ist die akute Lage nach Angaben der Behörden weitgehend entspannt, offen ist nur noch die Versorgung in Oberried. An der Nordsee steht der Höhepunkt der Wasserstände dagegen erst in der Nacht zum Montag bevor.



