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DWD warnt vor Orkanböen bis 120 km/h durch „Manja“

Sturmtief „Manja“ legt am Sonntag noch einmal nach: An der Nordsee und in den Bergen warnt der DWD vor Orkanböen bis 120 km/h, im Schwarzwald vor Dauerregen. Im Binnenland sind Böen bis 85 km/h möglich.

DWD warnt vor Orkanböen bis 120 km/h durch „Manja“
Symbolbild: Heino Schliep / Pexels

Sturmtief „Manja“ legt am Sonntag noch einmal nach: An der Nordsee und in den Bergen warnt der DWD vor Orkanböen bis 120 km/h, im Schwarzwald vor Dauerregen. Im Binnenland sind Böen bis 85 km/h möglich.

Sturmtief „Manja“ hat Deutschland in der Nacht der Zeitumstellung erreicht und soll am Sonntag noch einmal zulegen: An der Nordsee und in den Bergen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Orkanböen bis 120 Kilometer pro Stunde, im Schwarzwald vor unwetterartigem Dauerregen. Das berichtet die Berliner Zeitung am Sonntag, 25. Oktober.

Bereits am frühen Morgen fegten demnach Sturmböen bis 70 km/h durchs Binnenland. An der Nordsee und in Berglagen erreichte der Wind laut DWD schon volle Sturm- bis Orkanstärke von 75 bis 120 km/h, auf dem Brocken lagen die Werte noch darüber. An der Ostsee meldete der Wetterdienst Sturmböen von 70 bis 85 km/h.

Kurze Pause, dann die zweite Welle

Im Tagesverlauf dreht der Wind auf Südwest bis West und frischt kräftig wieder auf. An der Nordsee und in höheren Lagen drohen dann schwere Sturmböen bis hin zu Orkanböen mit 100 bis 120 km/h. Im übrigen Land, etwa in Berlin, Hannover oder Frankfurt, rechnet der DWD vielerorts mit Böen bis 70 km/h, einzeln bis 85 km/h. Dazu kommen im Norden und vereinzelt in der Landesmitte kurze Graupelgewitter, an der Nordsee mit Windstärke 10 bis 11.

Der Kern von „Manja“ zieht bis zum Abend dicht an Schottland vorbei Richtung Südnorwegen, das Sturmfeld streift Deutschland dabei auf ganzer Breite. Nur der Südosten bleibt an diesem Sonntag laut Berliner Zeitung halbwegs verschont. Erst in der Nacht zum Montag soll der Wind nachlassen, an den Küsten und im höheren Bergland bleibt es aber stürmisch. Für Montag erwarten die Meteorologen eine deutliche Beruhigung.

Zuvor hatte der DWD für größere Gebiete im Norden, in der Mitte, im Westen und Südwesten am Sonntagmorgen eine amtliche Warnung vor Sturmböen und schweren Sturmböen herausgegeben, wie zdfheute.de berichtet. Demnach kann der Wind oberhalb von 600 Metern bis zu 90 km/h erreichen, in exponierten Lagen sind schwere Sturmböen um 100 km/h möglich, in tieferen Gebieten bis zu 70 km/h. Bei solchen Geschwindigkeiten können Äste abbrechen und Gegenstände herumfliegen; nicht angebundene Möbel sollten gesichert und Abdeckungen befestigt werden. An der Nordsee und in höheren Lagen sei im weiteren Tagesverlauf mit schwerem Sturm bis hin zu orkanartigen Böen oder Orkanböen zu rechnen.

Fichtelberg im Blick, Regen im Südwesten

Für Sachsen warnt der DWD am Sonntagmorgen vor Sturmböen. Das Frontensystem eines Sturmtiefs vor der norwegischen Küste überquert den Freistaat am Sonntag von West nach Ost, wie dresden.t-online.de berichtet. Im Flachland erwartet der Wetterdienst Windböen zwischen 50 und 70 km/h, örtlich bis 85 km/h. Am stärksten trifft es den Angaben zufolge den Fichtelberg: Dort sind schwere Sturmböen um 100 km/h möglich, bis in den Vormittag hinein vereinzelt auch orkanartige Böen um 110 km/h. Im Tagesverlauf lässt der Wind nach, in der Nacht zum Montag und am Montag sind nur noch einzelne Windböen zu erwarten, auf dem Fichtelberg weiterhin Sturmböen. Die Temperaturen erreichen 12 bis 14 Grad, im Bergland 6 bis 12 Grad.

Im Süden ist der Regen das größere Problem. In den Staulagen der westlichen, zentralen und südlichen Mittelgebirge sowie im Allgäu fielen seit der Nacht bis in den Sonntag hinein 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter, im Schwarzwald in einzelnen Lagen um 70 Liter binnen 24 Stunden – damit erreicht der Regen dort Unwetterniveau. Kleine Bäche können rasch über die Ufer treten, die Modelle der Meteozentrale zeigen verbreitet 25 bis 40 Liter schon innerhalb von zwölf Stunden.

Bahn, Fähren und Volksfeste betroffen

„Manja“ trifft auf ein Land, das sich vom ersten Herbststurm noch nicht erholt hat. „Luise“ hatte am Freitag vor allem im Westen und Südwesten gewütet. Im rheinland-pfälzischen Nastätten warf eine Böe ein Gerüst neben einem Oktobermarkt um, zwei Menschen wurden schwer verletzt, wie inFranken.de unter Berufung auf dpa berichtet. Bei Aachen blieb ein ICE mit 280 Fahrgästen liegen, im Saarland rückte die Polizei bis Freitagabend 59-mal wegen Sturmschäden aus.

In Nordrhein-Westfalen blieben nach dem Durchzug von „Manja“ in der Nacht größere Schäden aus, wie der WDR berichtet. Die stärksten Böen wurden vom Sauerland bis nach Ostwestfalen-Lippe gemessen: an der Wetterstation Arnsberg-Müschede bis zu 87 km/h, in Soest bis zu 83 km/h. Innerhalb von zwölf Stunden fielen landesweit teils bis zu 40 Liter pro Quadratmeter, in Monschau 41 Liter, in Schleiden 29 und in Wipperfürth 25. Am Morgen konnten nach Angaben von zuginfo.nrw zehn Bahnstrecken nicht planmäßig befahren werden, häufig wegen umgestürzter Bäume; ein Teil der Störungen stand noch im Zusammenhang mit „Luise“. In der Gelsenkirchener Innenstadt hatten sich am Samstagabend große Styroporplatten von einem Hausdach gelöst, die Polizei sperrte einen Abschnitt der Bahnhofstraße bis zum Morgen.

An der Küste erwartet das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie bis Montag deutlich erhöhte Wasserstände, in Hamburg könnte der tiefer gelegene Teil des Fischmarkts überflutet werden. Der Halunder Jet nach Helgoland fährt am Sonntag nicht, die Halligen werden am Sonntag und Montag nicht angesteuert, wie die Berliner Zeitung unter Berufung auf ms-aktuell berichtet. Nach derzeitigem Stand könnte nach Angaben von t-online.de auch der Fährverkehr zu den ostfriesischen Inseln Juist und Norderney am Sonntag eingestellt werden.

Im Binnenland reagieren die Städte: Köln und Aachen raten, Wälder, Parks, Friedhöfe und Alleen zu meiden, in Erfurt bleiben die Friedhöfe das ganze Wochenende geschlossen. In Bremen gilt eine zweite DWD-Sturmwarnung für Sonntag von 10 bis 18 Uhr, wie der Weser-Kurier berichtet. Ob der Freimarkt geöffnet bleiben kann, entscheidet letztlich die zuständige Behörde. „Aber aktuell gibt es keine Anzeichen, dass es Einschränkungen gibt“, sagt Susanne Keuneke, Vorsitzende des Verbands der Schausteller und Marktkaufleute Bremen. „Wir sind da derzeit noch entspannt.“ Sorgen bereite ihr eher der Regen.

Ab Montag wechseln sich nach den aktuellen Modellen Sonne und Wolken ab, nur im Norden fällt noch etwas Regen, und es wird spürbar milder. Ein neues Sturmtief ist vorerst nicht in Sicht. Wer am Sonntag raus muss, sollte vor dem Spaziergang die amtlichen Warnungen für den eigenen Landkreis prüfen – Waldwege, Parks und Alleen sind bei diesem Wind keine gute Idee.

Quellen

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