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Grippeimpfung 2026/27: Für wen sie gilt, was Kinder brauchen

Die Grippewelle ist noch nicht da, die Impfsaison läuft aber: Wem die STIKO zur Impfung rät, was für Kinder gilt, bis wann sie sinnvoll ist und wann die Kasse zahlt.

Grippeimpfung 2026/27: Für wen sie gilt, was Kinder brauchen
Symbolbild: Tara Winstead / Pexels

Die Grippewelle ist noch nicht da, die Impfsaison läuft aber: Wem die STIKO zur Impfung rät, was für Kinder gilt, bis wann sie sinnvoll ist und wann die Kasse zahlt.

Die Grippewelle ist noch nicht da, die Impfsaison aber läuft: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung „ab Oktober bis Mitte Dezember“. Wer jetzt einen Termin macht, ist rechtzeitig geschützt – der Schutz baut sich in etwa 10 bis 14 Tagen auf.

Laut Robert Koch-Institut erkrankten in der Woche vom 19. bis 25. Oktober rund 5,2 Millionen Menschen neu an einem akuten Atemwegsinfekt, etwa 1,2 Millionen gingen deshalb zum Arzt. Die meisten Proben enthalten Rhino- und Enteroviren (43 Prozent); Influenza A und B liegen bei je 3 Prozent, SARS-CoV-2 ebenfalls bei 3 Prozent. Die Aktivität von Grippe- und Coronaviren steigt laut RKI allerdings langsam. Schwere Verläufe sind bislang selten (Stand: Wochenbericht, Apotheken Umschau vom 30. Oktober).

Wem rät die STIKO ausdrücklich zur Impfung?

Die Empfehlung gilt für alle ab 60 Jahren, für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (bei Grunderkrankung schon ab dem ersten), für Menschen mit chronischen Atemwegs-, Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankungen, Diabetes, bestimmten neurologischen Leiden oder geschwächtem Immunsystem sowie für Bewohner von Pflegeheimen. Auch wer im Haushalt Risikopersonen anstecken könnte, und Beschäftigte im Gesundheitswesen oder in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr gehören dazu. Für Ältere ab 60 sieht die STIKO einen Hochdosis- oder einen MF59-adjuvantierten Impfstoff vor. Stillende dürfen geimpft werden.

Gesunde Erwachsene unter 60 gehören nicht zur Standardempfehlung. Die STIKO rät aber ausdrücklich nicht ab; viele Arbeitgeber bieten die Impfung an.

Und die Kinder?

Kinder mit chronischen Grundkrankheiten sollen ab sechs Monaten jedes Jahr geimpft werden, etwa bei Asthma oder Diabetes. Für gesunde Kinder gibt es keine allgemeine Empfehlung, die STIKO rät jedoch auch hier nicht ab. Geimpft werden kann ab sechs Monaten. Zwischen zwei und 17 Jahren ist als Alternative zur Spritze ein Nasenspray möglich, sofern nichts dagegenspricht – etwa eine Immunschwäche. Wer ein Kind mit Immundefekt im Haushalt hat, sollte das Spray für andere Familienmitglieder meiden.

Wichtig für Eltern: Kinder unter neun Jahren, die zum ersten Mal gegen Grippe geimpft werden, brauchen bei den meisten Impfstoffen zwei Dosen im Abstand von vier Wochen. Wer jetzt beginnt, hat die zweite Dosis also noch vor Dezember. Die Grippeimpfung kann gleichzeitig mit der Corona-Impfung gegeben werden, am besten in verschiedene Arme.

Wer zahlt?

Für alle genannten Risikogruppen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten, denn STIKO-Empfehlungen werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss in die Schutzimpfungs-Richtlinie übernommen. Wer außerhalb dieser Gruppen impfen möchte – etwa gesunde Eltern oder Kinder –, sollte die Kostenübernahme im Einzelfall bei der Kasse klären; das rät auch das RKI. Einen bundesweiten Festpreis für Selbstzahler gibt es nicht, deshalb lohnt sich die Frage nach dem Preis schon bei der Terminvergabe.

Unsere Einschätzung: Im vergangenen Winter meldete die Fachpresse den Beginn der Welle um die Mitte des Dezembers; wer jetzt zum Hausarzt oder Kinderarzt geht, hat gute Chancen, bis dahin geschützt zu sein. Garantieren lässt sich das nicht – wie früh die Welle diesmal kommt, kann niemand seriös vorhersagen. Wer den Termin verpasst, kann auch mitten in der Welle noch impfen lassen. Nehmen Sie den Impfpass mit, auch eine ukrainische Impfkarte, damit die Praxis den Stand dokumentieren kann.

Quellen: RKI: Impfempfehlung Influenza, RKI: Indikationsgruppen, Gemeinsamer Bundesausschuss, Apotheken Umschau

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