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Melania Trump: Waffenruhe um Oleschky ausgeweitet

Die für die besetzte Frontstadt Oleschky vereinbarte humanitäre Feuerpause gilt nach US-Angaben nun über die Stadtgrenzen hinaus. First Lady Melania Trump erklärte in den sozialen Medien, sie sei ausgeweitet worden.

Melania Trump: Waffenruhe um Oleschky ausgeweitet
Symbolbild: Спиридон Варфаламеев / Pexels

Die für die besetzte Frontstadt Oleschky vereinbarte humanitäre Feuerpause gilt nach US-Angaben nun über die Stadtgrenzen hinaus. First Lady Melania Trump erklärte in den sozialen Medien, sie sei ausgeweitet worden.

Die humanitäre Feuerpause um die russisch besetzte Frontstadt Oleschky ist nach Angaben der USA ausgeweitet worden. Sie gelte nun über die Stadtgrenzen hinaus, teilte First Lady Melania Trump am Dienstag in den sozialen Medien mit, wie der Deutschlandfunk und der Tagesspiegel berichten. Das Gebiet der Waffenruhe sei über Oleschky hinaus in die Region Cherson ausgeweitet worden, um humanitären Konvois einen sicheren Durchgang zu ermöglichen; zudem sei der Zeitplan um zwei Tage vorgezogen worden, erklärte Melania Trump. Laut Deutschlandfunk soll die Waffenruhe bis Sonntag gelten.

Die Feuerpause war am Dienstag, 27. Oktober, um 04:00 Uhr Moskauer Zeit in Kraft getreten – das entspricht 03:00 Uhr Ortszeit und 02:00 Uhr MEZ. Das russische Verteidigungsministerium erklärte auf Telegram, der Beschuss in Richtung der ukrainischen Stadt Cherson, die gegenüber von Oleschky auf der anderen Seite des Dnipro liegt, sei eingestellt worden. Der Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Dmytro Lubinez, bestätigte auf Facebook den Beginn: „Als Leiter des ukrainischen Verhandlungsteams erkläre ich, dass die ukrainische Seite ihren Verpflichtungen nachkommt“, schrieb er laut tagesschau.de.

Ein Korridor durch ein vermintes Gelände

Während der mehrtägigen Waffenruhe sollen Lebensmittel und Medikamente zu den verbliebenen Bewohnern gebracht werden. Zudem soll ein humanitärer Korridor entstehen, damit die Menschen die Region in Richtung Russland oder in die Ukraine verlassen können. Die Evakuierung soll in den kommenden Tagen beginnen.

Das Gelände rund um Oleschky ist nach Angaben von tagesschau.de vollständig vermint. Weil Hilfsgüter auf dem Landweg kaum durchkamen, setzten die ukrainischen Streitkräfte zeitweise Drohnen ein – viele davon wurden nach Angaben von tagesschau.de und Spiegel von russischen Truppen abgeschossen. Nach der Vereinbarung sollen nun Minen geräumt werden, um einen sicheren Hilfskorridor zu schaffen. Der Generalstab in Kyjiw betonte laut Spiegel, die Feuerpause gelte ausschließlich für die humanitäre Operation. „Vertrauen Sie keinen unbestätigten Meldungen und verbreiten Sie keine Gerüchte über Routen, Zeiten und Orte, an denen sich Menschen und humanitäre Konvois bewegen“, hieß es demnach bei Telegram.

Oleschky liegt im russisch besetzten Teil des Gebiets Cherson, wenige Kilometer südlich des Dnipro, der die Grenze zwischen besetztem und freiem Gebiet markiert. Vor dem Einmarsch russischer Truppen im Jahr 2022 hatte die Stadt rund 24.000 Einwohner. Nach Schätzungen halten sich noch 1.500 bis 2.000 Menschen in der schwer beschädigten Stadt auf; einschließlich der umliegenden Dörfer sollen bis zu 6.000 Menschen Not leiden. Frühere Bewohner hatten der Nachrichtenagentur AFP Anfang des Jahres berichtet, die Verbliebenen hungerten, es fehle an Medikamenten, und sie könnten die Stadt nicht ohne Weiteres verlassen. Seit Mai leben die Menschen laut tagesschau.de von Vorräten und dem, was sie im Sommer geerntet haben.

Wahlgeschenk vor den Midterms?

Die Feuerpause geht nach Darstellung der US-Regierung auf eine Initiative des Weißen Hauses zurück. Melania Trump habe die Gespräche angestoßen und gemeinsam mit einem Vertreter direkt mit der russischen und der ukrainischen Führung über die Bedingungen verhandelt. Auch Papst Leo XIV. hatte sich in einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin für Hilfe für Oleschky eingesetzt. Laut Kreml könnte eine erfolgreiche humanitäre Operation als Vorbild für andere Frontabschnitte dienen.

Der Journalist Dmitri Kolesew sagte im ZDFheute-Beitrag: „Interessant ist, dass der Waffenstillstand nicht früher und nicht später, sondern genau kurz vor dem Termin der Zwischenwahlen in den USA am 3. November zustande gekommen ist.“ In der ZDF-Analyse heißt es, die Waffenruhe wirke eher wie ein Geschenk an US-Präsident Donald Trump vor den Midterms als wie ein Auftakt zu echter Deeskalation. Nach dem Besuch des US-Unterhändlers Steve Witkoff wurden trilateraler Gespräche für November angekündigt. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am Montag laut tagesschau.de erklärt, die Wiederaufnahme der Verhandlungen bedeute „keine Einschränkungen für die Kampfhandlungen“.

Daran hat sich bislang nichts geändert: Während in Oleschky die Waffen schweigen, setzte Russland seine Angriffe auf Kyjiw fort. Die ukrainische Armee teilte mit, die russische Seite habe ballistische Raketen in Richtung der Hauptstadt abgefeuert. Nach Angaben von Bürgermeister Witali Klitschko wurde eine wichtige Brücke über den Dnipro beschädigt, auch die Metro-Infrastruktur auf der Brücke sei betroffen. Der Zugverkehr über die Brücke wurde laut den städtischen Behörden eingestellt. Klitschko zufolge ist die Verbindung zwischen dem linken und dem rechten Flussufer „einer der entscheidenden Faktoren für die Funktionsfähigkeit der Stadt“. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte laut Spiegel, die Raketen seien in der Nähe einer Universität und in belebten Stadtvierteln eingeschlagen; in der Umgebung befinde sich „keine einzige militärische Einrichtung“.

Selenskyj wies zudem erneut auf den Bedarf an Flugabwehr hin. Moskau habe binnen zwei Wochen mehr als 100 ballistische Raketen gegen Kyjiw und das Umland eingesetzt, sagte er in einer Videobotschaft, wie der Tagesspiegel unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Es gebe erhebliche Verzögerungen bei den Lieferungen von Flugabwehrsystemen, vor allem bei US-Systemen vom Typ Patriot. „Und jeder hört und jeder sieht, dass es für uns gegenwärtig schwierig ist, uns gegen russische ballistische Raketen zu verteidigen“, sagte Selenskyj.

Im russisch kontrollierten Teil der südukrainischen Region Saporischschja wurden unterdessen nach Angaben der dortigen Verwaltung ein Mensch getötet und 30 weitere verletzt, als eine Drohne einen Bus traf. Das teilte der von Russland eingesetzte Gouverneur der Region, Jewgeni Balizki, mit.

Quellen

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