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Hessen: Bundesbaugesellschaft überflüssig

In Hessen wird eine Bundesbaugesellschaft für den Wohnungsbau als überflüssig angesehen. Wie die FAZ berichtet, gibt es im Land leistungsfähige Unternehmen, die Wohnungen bauen, etwa im Frankfurter Schönhofviertel, dem größten Neubauquartier in Hessen.

Hessen: Bundesbaugesellschaft überflüssig
Bild: media0.faz.net

In Hessen wird eine Bundesbaugesellschaft für den Wohnungsbau als überflüssig angesehen. Wie die FAZ berichtet, gibt es im Land leistungsfähige Unternehmen, die Wohnungen bauen, etwa im Frankfurter Schönhofviertel, dem größten Neubauquartier in Hessen.

In Hessen gibt es leistungsfähige Unternehmen, die Wohnungen bauen. Eine Bundesbaugesellschaft ist überflüssig. Die Zahlen sind beeindruckend: Jahr für Jahr investiert die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt (NHW) im Schnitt rund 100 Millionen Euro in den Wohnungsbau. Rund 4200 Wohnungen, ein großer Teil davon öffentlich gefördert, hat der Konzern seit 2020 fertiggestellt. Ein Schwerpunkt liegt im Frankfurter Schönhofviertel, derzeit das größte Neubauquartier in Hessen. Aktiv ist das Unternehmen, dessen größte Gesellschafter das Land Hessen und die Stadt Frankfurt sind, aber auch in anderen hessischen Städten, etwa in Darmstadt oder in Fulda.

Der Geschäftsbericht für 2025 zeigt: Die NHW ist wirtschaftlich gesund und leistet bei vergleichsweise moderaten Mieten einen wesentlichen Beitrag zur Linderung des Wohnungsmangels in der Rhein-Main-Region. Wenn nicht noch mehr gebaut und modernisiert wird, liegt das nicht an mangelnder Leistungsfähigkeit. Hürden sind vielmehr hohe Kosten oder fehlendes Bauland. Auch gibt es immer wieder Unsicherheiten bei den Förderprogrammen des Bundes, die oft kurzfristig geändert oder eingestellt werden, ohne die sich aber Wohnungsbau kaum noch rechnet.

Wer mehr Wohnungsbau will, muss bei diesen Themen ansetzen. So lassen sich die Baukosten zum Beispiel durchaus beeinflussen. Am Dienstag haben Bauforschungsinstitute in Berlin darauf hingewiesen, dass ein Drittel mehr Wohnungen gebaut werden könnten, wenn nicht in den vergangenen Jahren verschärfte Baunormen die Kosten unnötig in die Höhe getrieben hätten.

Mit diesem Problem haben alle Akteure zu kämpfen, seien es private oder öffentliche. Daran wird auch die jetzt von der Bundesregierung geplante Bundesbaugesellschaft nichts ändern. Sie soll, so die Vorstellung, Wohnungsbauprojekte entwickeln, koordinieren und finanzieren. Entstehen wird wahrscheinlich aber nur ein bürokratischer Wasserkopf, der zentral steuern möchte, was in Wirklichkeit besser in den Regionen entschieden wird, die großen Bedarf an Wohnungen haben. Dort wissen Politik und Wirtschaft selbst, wo und in welcher Form am besten gebaut werden sollte.

An leistungsfähigen Wohnungsbauunternehmen herrscht im Rhein-Main-Gebiet ohnehin kein Mangel. Neben der Nassauischen Heimstätte zählen dazu kommunale Akteure wie die ABG in Frankfurt, der Bauverein in Darmstadt oder die SEG in Wiesbaden, aber auch private Entwickler und Investoren, ohne deren Kapital es, entgegen aller Vorurteile, auf dem Wohnungsmarkt noch schlechter aussehen würde. Sie brauchen, um bauen zu können, gute Rahmenbedingungen. Diese sollte die Bundesregierung schaffen – und keine Scheinlösung, die vom Glauben an die Allzuständigkeit des Staates geprägt und damit aus der Zeit gefallen ist.

Quelle: www.faz.net