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Großbritannien: Ruth Ellis wird posthum begnadigt

Ruth Ellis, die letzte Frau, die in Großbritannien hingerichtet wurde, erhält mehr als 70 Jahre nach ihrem Tod eine posthume Begnadigung. Die britische Regierung erkennt an, dass ihr damals schwerwiegendes Unrecht widerfahren ist.

Großbritannien: Ruth Ellis wird posthum begnadigt
Bild: cdn.prod.www.spiegel.de

Ruth Ellis, die letzte Frau, die in Großbritannien hingerichtet wurde, erhält mehr als 70 Jahre nach ihrem Tod eine posthume Begnadigung. Die britische Regierung erkennt an, dass ihr damals schwerwiegendes Unrecht widerfahren ist.

Die britische Regierung hat Ruth Ellis, die 1955 wegen Mordes an ihrem Lebensgefährten hingerichtet wurde, posthum begnadigt. Dies geschah mehr als 70 Jahre nach ihrer Hinrichtung, die als Ergebnis schwerwiegender Ungerechtigkeiten angesehen wird. Ellis wurde im Juli 1955 zum Tode verurteilt, nachdem sie ihren gewalttätigen Lebensgefährten David Blakely erschossen hatte.

Die Jury hatte jedoch die mildernden Umstände, darunter häusliche Gewalt, nicht berücksichtigt. Blakely hatte Ellis zehn Tage vor der Tat einen Schlag in den Bauch versetzt, was zu einer Fehlgeburt führte. Der Fall führte in Großbritannien zu einem Umdenken hinsichtlich der Todesstrafe, die 1973 abgeschafft wurde.

Der britische Justizminister und stellvertretende Premierminister David Lammy erklärte im Parlament, dass die Entscheidung zur Begnadigung eine „schwere Ungerechtigkeit“ anerkenne. Auf der Zuschauertribüne saßen zwei Enkelkinder von Ellis, die sich über die Entscheidung freuten und betonten, dass diese Begnadigung nicht die Vergangenheit ungeschehen machen könne, aber offiziell anerkenne, dass Ellis nicht hätte hingerichtet werden dürfen.

Quelle: www.spiegel.de