In der besetzten Stadt Oleschky in der Region Cherson hat am Freitag die Hauptphase der humanitären Mission begonnen. Wie der Menschenrechtsbeauftragte der Werchowna Rada, Dmytro Lubinez, mitteilte, brachte ein humanitärer Konvoi am Morgen nach Abschluss der Entminung der Routen Hilfsgüter in die Stadt. Für Menschen, die Oleschky verlassen wollen, soll die Möglichkeit nach seinen Angaben bis 14 Uhr am Freitag, 30. Oktober, bestehen. Für die Evakuierung seien 25 Busse mit 750 Plätzen sowie Rettungswagen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität bereitgestellt worden, berichtet das Nachrichtenportal NV.
Der Leiter des Büros des Präsidenten, Kyrylo Budanow, erklärte am Freitag in seinem Telegram-Kanal, die humanitäre Operation laufe derzeit in Oleschky. Für Bewohner, die in von der Ukraine kontrolliertes Gebiet ausreisen wollten, sei Transport vorbereitet, zudem sei humanitäre Hilfe in die Stadt gebracht worden. „Dies ist eine wichtige Operation, und sie muss eine Fortsetzung bekommen. Für die Ukraine ist das Leben jedes Bürgers wichtig“, schrieb Budanow. Auf ukrainischer Seite koordiniere Lubinez die Operation, mit dem er in ständigem Kontakt stehe. Der Vorsitzende der Parlamentsfraktion „Diener des Volkes“, Dawyd Arachamija, veröffentlichte ebenfalls mehrere Fotos aus Oleschky in sozialen Netzwerken.
Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bezeichnete die vorübergehende Waffenruhe in der Stadt als eine gesonderte Situation, die sich bislang schwer auf den gesamten Verhandlungsprozess zur Beendigung des Krieges übertragen lasse, berichtet die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine unter Berufung auf russische Medien.
Der Evakuierungsweg führt laut den Vereinbarungen zwischen russischer und ukrainischer Seite über Russland und Belarus in die Ukraine. Die Evakuierten werden dem Bericht zufolge zunächst in die russische Stadt Anapa gebracht und von dort mit einem Militärtransportflugzeug des russischen Verteidigungsministeriums nach Belarus geflogen; erst von dort können sie in die Ukraine gelangen. Ministerpräsident Serhij Korezkyj hatte zuvor erklärt, 527 Menschen aus Oleschky würden in von der Ukraine kontrolliertes Gebiet zurückkehren, sich später jedoch für diese Zahl entschuldigt und darauf verwiesen, dass sich die Daten ändern und offizielle Informationen erst nach Abschluss der Evakuierung bekannt werden.
Die Waffenruhe in Oleschky und weiteren mit der humanitären Mission verbundenen Gebieten gilt seit 3 Uhr Kyjiwer Zeit am 27. Oktober und läuft nach Angaben von Arachamija bis 22.59 Uhr am 1. November. Am 17. Oktober hatte Außenminister Andrij Sybiha mitgeteilt, in Oleschky seien noch etwa 1.700 Menschen, denen es an Nahrung und Medikamenten fehle und die keinen sicheren Weg zur Evakuierung hätten. Um eine humanitäre Waffenruhe in Oleschky hatte Papst Leo XIV. gebeten. Am 23. Oktober erklärte das Weiße Haus, die US-First Lady Melania Trump habe ein lokales Waffenstillstandsabkommen zwischen Russland und der Ukraine in Oleschky erreicht.
Zuvor berichtet: Delegationen aus USA, Ukraine und Russland am Startpunkt für Oleschky



