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Drohnenangriff auf Baschkirische Sodagesellschaft in Sterlitamak

In der Nacht zum Donnerstag ist in Sterlitamak in Baschkortostan offenbar die Baschkirische Sodagesellschaft angegriffen worden. Über dem Werk stieg Rauch auf, Schäden sind bislang nicht bestätigt.

Drohnenangriff auf Baschkirische Sodagesellschaft in Sterlitamak
Grafik: EuroPulse

In der Nacht zum Donnerstag ist in Sterlitamak in Baschkortostan offenbar die Baschkirische Sodagesellschaft angegriffen worden. Über dem Werk stieg Rauch auf, Schäden sind bislang nicht bestätigt.

Bei einem Drohnenangriff in der Nacht zum Donnerstag ist in Sterlitamak in der russischen Republik Baschkortostan offenbar der Chemiekomplex der Baschkirischen Sodagesellschaft (BSK) getroffen worden. Über dem Werk stieg Rauch auf, wie Ukrinform unter Berufung auf The Moscow Times meldet und wie OSINT-Analysten nach Auswertung von Fotos aus Sterlitamak berichten. Eine Bestätigung von Schäden an der Anlage gibt es nicht.

Der Angriff ereignete sich in der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober. Nach Angaben lokaler Überwachungskanäle wurde die Drohnengefahr gegen 5.00 Uhr Ortszeit gemeldet, etwa eine Stunde bevor russische Behörden die Gefahr bestätigten und den Flugbetrieb am Flughafen Ufa aussetzten, wie das englischsprachige Nachrichtenportal The New Voice of Ukraine berichtet. Bewohner von Sterlitamak berichteten von Explosionen und Einschlägen in der Stadt. OSINT-Analysten kamen nach Auswertung von Fotos aus Sterlitamak zu dem Schluss, dass der Rauch von der Baschkirischen Sodagesellschaft stammte.

Die BSK ist nach Angaben von The New Voice of Ukraine einer der größten Chemiekomplexe Russlands und der landesweit führende Hersteller von Soda und Natriumbicarbonat. Sie gehört zum Chemieholding Roschim, der eine Mehrheitsbeteiligung von 57,43 Prozent hält, und entstand im Mai 2013 aus dem Zusammenschluss der beiden sowjetischen Betriebe Soda und Kaustik. Das Unternehmen steht auf einem als vertraulich eingestuften Register kriegswichtiger Rüstungsbetriebe, das das russische Ministerium für Industrie und Handel führt.

Die BSK liefert nach diesen Angaben Salzsäure und Dichlorethan und versorgt das russische Militär direkt mit Rohstoffen. Sie ist zudem der einzige inländische Hersteller Russlands von Terephthaloylchlorid, einer Chemikalie, die für die Produktion synthetischer ballistischer Fasern, hochfester Polymere und Aramidmaterialien benötigt wird. Diese Stoffe dienen der Herstellung moderner Schutzwesten, Helme und Schutzelemente für Militärfahrzeuge und Flugzeuge.

Bereits am 27. August war die BSK nach Angaben unabhängiger Medien Ziel eines Drohnenangriffs in Baschkortostan, bei dem sowohl auf dem Werksgelände als auch in einem nahe gelegenen Lager von Ozon Brände ausbrachen. Der Logistikkomplex von Ozon in Ufa musste damals nach Angaben des Unternehmens den Betrieb einstellen.

Unterdessen erklärte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin, in der Nacht zum Donnerstag seien 613 Drohnen in Richtung der Region Moskau geflogen. Sie hätten die Region zwischen 20.30 Uhr am Mittwoch und 7.00 Uhr am Donnerstag erreicht, die meisten seien weit entfernt von der Luftabwehr abgefangen worden, 231 davon im Anflug auf Moskau, so Sobjanin. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Nach Berichten des unabhängigen russischen Mediums ASTRA schränkten die Flughäfen Wnukowo, Domodedowo und Schukowski den Flugbetrieb zeitweise ein.

Quellen

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