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Lagarde geht im Februar: Wer führt künftig die EZB?

Die EZB-Präsidentin tritt am 7. Februar 2027 zurück, Monate vor Ablauf ihrer Amtszeit. Nun beginnt das Ringen um die Nachfolge – und um mehrere Spitzenposten zugleich.

Lagarde geht im Februar: Wer führt künftig die EZB?
Archivfoto: Norbert Nagel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die EZB-Präsidentin tritt am 7. Februar 2027 zurück, Monate vor Ablauf ihrer Amtszeit. Nun beginnt das Ringen um die Nachfolge – und um mehrere Spitzenposten zugleich.

Christine Lagarde verlässt die Spitze der Europäischen Zentralbank am 7. Februar 2027 – knapp neun Monate vor dem regulären Ende ihrer achtjährigen Amtszeit Ende Oktober 2027. Das teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit. Lagarde habe den EZB-Rat und den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, informiert; der Rat habe ihr mit lang anhaltendem Applaus gedankt. Ein eigenes Zitat Lagardes enthält die Mitteilung nicht.

Der Schritt kommt nicht überraschend. Schon im Februar hatte die Financial Times berichtet, Lagarde wolle vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027 gehen. Die Sorge dahinter: Gewinnt Marine Le Pen, könnte eine EU-skeptische Regierung die Nachfolge mitbestimmen. Der scheidende Präsident Emmanuel Macron, der nicht noch einmal antreten darf, kann sich mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) noch auf eine Person einigen. Die EZB hatte die Berichte damals zurückgewiesen („no decision made“), im September deutete Lagarde selbst an, einige Monate früher aufhören zu können.

Wer kommt nach Lagarde?

Formal ernennt der Europäische Rat den Nachfolger nach Artikel 283 des EU-Vertrags; die Staats- und Regierungschefs der 21 Euro-Länder sind damit am Zug. Als Favoriten gelten laut Handelsblatt (unter Berufung auf Bloomberg) der Niederländer Klaas Knot, früher Chef der Zentralbank in Den Haag, und der Spanier Pablo Hernández de Cos, heute Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Merz wollte beide im Oktober treffen. Der Bundesbank-Präsident Joachim Nagel galt dort als aussortiert; dpa führt ihn dagegen weiter als möglichen Kandidaten. Deutschland hat die EZB nie geführt – gegen einen Deutschen spricht nach Einschätzung von Beobachtern vor allem, dass mit Ursula von der Leyen schon eine Deutsche die EU-Kommission leitet. Italiens Notenbankchef Fabio Panetta wird von manchen als zu „taubenhaft“ gesehen, also zu geneigt, Zinsen niedrig zu halten.

Realistisch ist ein Personalpaket: Auch das Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel verlässt die EZB Anfang Januar Richtung IWF, und der Posten des Chefvolkswirts wird mit dem Ende der Amtszeit von Philip Lane Mitte 2027 frei (die Quellen nennen Mai bzw. Juni). Vizepräsident wird im Sommer der Kroate Boris Vujčić, der Luis de Guindos nachfolgt. Wer welchen Posten bekommt, wird zwischen Hauptstädten ausgehandelt, nicht in Frankfurt.

Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) sagte beim IWF-Treffen in Bangkok, Deutschland werde „natürlich“ weiter im EZB-Direktorium eine Rolle spielen – ein Hinweis, dass Berlin eher auf einen anderen Posten als den Vorsitz zielt. Das ist unsere Einschätzung, keine Aussage der Bundesregierung.

Für die Geldpolitik dürfte sich zunächst wenig ändern: Der EZB-Rat entscheidet nach Mehrheit, nicht nach Person. Wichtiger ist, wie „falkenhaft“ oder „taubenhaft“ die neue Führung wirkt – das beeinflusst Kreditzinsen und Sparerträge. Mit Knot käme eher ein Stabilitätsfokus, mit Hernández de Cos ein Technokrat mit Südeuropa-Erfahrung; beides sind Lesarten, keine Garantien. Mit einer Entscheidung rechnen wir erst nach dem Gipfelfahrplan der Staats- und Regierungschefs; ein Zeitplan ist bisher nicht veröffentlicht.

Zuvor berichtet: EZB vor der Pause: Die Inflation trifft Arme viermal härter.

Quellen: EZB, Nordkurier/dpa, Handelsblatt, Euronews

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