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VW verbucht 5,82 Milliarden Euro Verlust im dritten Quartal

Volkswagen hat von Juli bis September einen Fehlbetrag von rund 5,82 Milliarden Euro verbucht – vor allem wegen einer milliardenschweren Abschreibung auf die Tochter Porsche und schwacher Geschäfte in China.

VW verbucht 5,82 Milliarden Euro Verlust im dritten Quartal
Archivfoto: Vanellus Foto / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Volkswagen hat von Juli bis September einen Fehlbetrag von rund 5,82 Milliarden Euro verbucht – vor allem wegen einer milliardenschweren Abschreibung auf die Tochter Porsche und schwacher Geschäfte in China.

Volkswagen hat im dritten Quartal einen Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro verbucht. Das teilte der Konzern am Donnerstag mit, wie unter anderem WELT und der Schweizer Sender SRF berichten. Im Vorjahresquartal hatte der Autobauer ebenfalls einen Fehlbetrag gemeldet, damals waren es gut 1,07 Milliarden Euro.

Der Umsatz sank von Juli bis September um 6,3 Prozent auf rund 75,28 Milliarden Euro. Für das Minus sorgen laut VW vor allem Sondereffekte in Höhe von 7,8 Milliarden Euro. Hinzu kommen das schwache Marktumfeld in China, der weltweit zunehmende Preis- und Wettbewerbsdruck, die US-Zölle sowie der gestiegene Anteil margenschwächerer Elektroautos an den Verkäufen.

Eine Abschreibung von 6,4 Milliarden Euro auf Porsche

Der größte Einzelposten ist eine Abschreibung auf den Firmenwert der Sport- und Geländewagentochter Porsche in Höhe von rund 6,4 Milliarden Euro. Grund sind laut VW niedrigere Erwartungen an die künftige Entwicklung der Stuttgarter Tochter. Die Wertberichtigung ist nicht zahlungswirksam, belastet aber den operativen Gewinn deutlich. Bereits ein Jahr zuvor war die Lage bei Porsche einer der Hauptgründe für den Quartalsverlust. Die Luxusmarke, einst eine Gewinnperle des Konzerns, steckt schon länger in der Krise – belastend wirkten insbesondere der Einbruch im China-Geschäft, die US-Zollpolitik und Kurskorrekturen bei der Elektro-Strategie. Zuletzt hatten sich die Geschäftszahlen von Porsche nach Angaben von WELT stabilisiert.

Hinzu kommt eine ebenfalls nicht zahlungswirksame Wertberichtigung bei China-Gesellschaften von rund einer Milliarde Euro. Auch der geplante Verkauf des Werks Osnabrück an den Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen wirkt sich laut VW belastend aus. Beide wollen den Standort auf Rüstung ausrichten.

Erstes Verlustjahr seit dem Diesel-Skandal?

In den ersten neun Monaten lag das Konzernergebnis nach Steuern bei minus 2,72 Milliarden Euro – nach einem Überschuss von gut 3,4 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz betrug in diesem Zeitraum rund 233,4 Milliarden Euro, 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Ohne die Sondereffekte hätte Volkswagen im Tagesgeschäft einen Gewinn von 8,8 Milliarden Euro erzielt, die operative Umsatzrendite hätte bei 3,8 Prozent gelegen. Insgesamt erwartet der Konzern im laufenden Jahr Sonderkosten von rund 10 Milliarden Euro; 8,7 Milliarden davon sind bereits verbucht. Damit steuert Europas größter Autobauer nach Einschätzung von WELT auf das erste Verlustjahr seit dem Diesel-Skandal zu.

VW-Finanzchef Arno Antlitz erklärte laut Mitteilung: „Das Neunmonats-Ergebnis zeigt deutlich: Wir dürfen keine Zeit verlieren und müssen schnell und entschlossen handeln.“ Mit dem Zukunftsplan 2030 seien die wichtigsten Maßnahmen definiert – eine gestraffte Modellpalette, einfachere Strukturen und verbesserte Kosten. Der Plan des Vorstands sieht Einsparungen von 31 Milliarden Euro vor.

Auch der Absatz gibt kein Signal der Entspannung. Von Juli bis September lieferte VW 1,89 Millionen Fahrzeuge aus, fast 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Besonders hart trifft den Konzern der wichtige Markt China: Dort verkauften die Wolfsburger im dritten Quartal knapp 406.000 Fahrzeuge, 38,5 Prozent weniger. Bis Ende September übergaben die Marken des Konzerns gut 6 Millionen Fahrzeuge an ihre Kunden – 9,0 Prozent oder rund 600.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Selbst der Erfolg bei Elektroautos hilft der Bilanz derzeit nicht. „Der Markterfolg unserer Elektrofahrzeuge setzt unser Ergebnis zusätzlich unter Druck, weil wir mit Elektroautos heute noch weniger verdienen als mit Verbrennern“, sagte Antlitz laut Mitteilung. In Europa war in den ersten neun Monaten jedes fünfte Auto ein reiner Stromer, die Auftragseingänge ziehen weiter an. Allein für die vollelektrische Kleinwagen-Familie um den ID. Polo lagen zuletzt 150.000 Bestellungen vor.

Weitere 50.000 Stellen auf der Kippe

Der Sparkurs trifft die Beschäftigten. Ende 2024 hatten sich Konzern und Arbeitnehmerseite zunächst darauf verständigt, bei der Kernmarke VW in Deutschland bis 2030 mehr als 35.000 Stellen sozialverträglich abzubauen, wie die Bild berichtet. Anfang September beschloss der Aufsichtsrat dann einen noch größeren Umbau: Weltweit sollen rund 50.000 weitere Stellen wegfallen, darunter auch Jobs im Management. Rechnerisch stehen damit laut WELT weitere 50.000 Stellen im Gesamtkonzern auf der Kippe; ohnehin ist bis Ende des Jahrzehnts bereits der Wegfall von 50.000 Arbeitsplätzen vereinbart. Am 30. September beschäftigte der Konzern weltweit 614.500 Menschen, Ende 2025 waren es etwa 628.900. Bei der Kernmarke beginnen im November Gespräche mit den Arbeitnehmern, bei denen es auch um diese Pläne gehen soll.

Für mehrere deutsche Standorte gibt es zudem bislang keine gesicherte wettbewerbsfähige Anschlussbelegung: Nach Angaben der Bild betrifft das die VW-Werke in Emden, Zwickau und Hannover sowie das Audi-Werk in Neckarsulm für die Zeit ab 2031 beziehungsweise in den Folgejahren. VW verweist auf massive Überkapazitäten in Europa.

Die Erwartungen an das laufende Jahr hatte das Management um Konzernchef Oliver Blume bereits Mitte September deutlich gesenkt: Vom Umsatz soll 2026 höchstens noch ein Prozent als operativer Gewinn übrig bleiben, zuvor hatte die Spanne bei 4,0 bis 5,5 Prozent gelegen. 2025 hatte die operative Rendite 2,8 Prozent betragen. Der Umsatz soll 2026 rund 315 Milliarden Euro erreichen – die Mitte der im Juli nach unten korrigierten Prognosebandbreite. Im vergangenen Jahr lag er bei 321,9 Milliarden Euro.

Quellen

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