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Freuding wird Generalinspekteur: Der Ukraine-Mann an der Spitze

Pistorius macht den Mann, der die deutsche Militärhilfe für Kyjiw koordinierte, zum ranghöchsten Soldaten. Was die Personalie über den Kurs der Bundeswehr verrät.

Freuding wird Generalinspekteur: Der Ukraine-Mann an der Spitze
Symbolbild: Thang Cao / Pexels

Pistorius macht den Mann, der die deutsche Militärhilfe für Kyjiw koordinierte, zum ranghöchsten Soldaten. Was die Personalie über den Kurs der Bundeswehr verrät.

Der Mann, der im Verteidigungsministerium die deutsche Militärhilfe für die Ukraine organisierte, soll bald die gesamte Bundeswehr führen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am Donnerstag Generalleutnant Christian Freuding zum neuen Generalinspekteur bestimmt. Er folgt im Februar 2027 auf General Carsten Breuer.

Freuding ist 55 Jahre alt, stammt aus Weiden in der Oberpfalz und ist seit Oktober 2025 Inspekteur des Heeres. Die Entscheidung galt als erwartet, überraschend kommt eher das Tempo: Breuer war im September zum Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses gewählt worden und wechselt nach Brüssel. Dass die Nachfolge schon jetzt geklärt ist, gibt der Bundeswehr in einer Phase des Aufwuchses Planungssicherheit.

Seine Karriere verlief auffallend nah an der Politik. Von 2017 bis 2019 war Freuding Adjutant eines Verteidigungsministers, später baute er im Ministerium den Planungs- und Führungsstab auf. Nach dem Beginn der russischen Großinvasion 2022 übernahm er den Sonderstab Ukraine, der die deutsche Unterstützung für Kyjiw koordiniert. Als Heeresinspekteur stellte er das erste Drohnenregiment des Heeres auf. Außerdem erklärt er den Krieg regelmäßig in eigenen Videos, einige wurden mehr als eine Million Mal angesehen, berichtet Euronews.

Pistorius nannte ihn „international hoch anerkannt“ und „bestens vernetzt“; Freuding bringe alle Voraussetzungen mit, die Soldaten „in das neue Zeitalter zu führen, in dem wir uns besser schützen müssen als in den Jahrzehnten zuvor“. Die Bundeswehr wachse stark auf, so der Minister, und brauche dafür eine starke Spitze. Freuding selbst sagte Euronews: „Der Feind wartet nicht auf unsere Fertigmeldung.“ Gemeint ist: Tempo bei Entscheidungen zählt für ihn so viel wie Material.

Was heißt das für die Ukraine-Politik? Ein Kurswechsel ist nicht zu erwarten, eher das Gegenteil. Mit Freuding rückt jemand an die Spitze, der die ukrainischen Bedarfe aus der Praxis kennt: Luftverteidigung, Drohnen, Munition, Ausbildung. Wir halten es für wahrscheinlich, dass die Erfahrungen aus dem Krieg noch stärker in Beschaffung und Truppenstruktur einfließen. Sicher ist das nicht. Der Generalinspekteur berät und führt militärisch, über Geld und Waffenlieferungen entscheiden Minister, Bundestag und Kanzleramt.

Für Pistorius ist die Personalie auch eine Absicherung nach unruhigen Wochen. Euronews erinnert daran, dass der Minister zuletzt wegen zunächst nicht einsatzbereiter Kampfhubschrauber unter Kritik stand. Mit Freuding setzt er auf einen Vertrauten, der Tempo und Umsetzung verspricht. Offen ist, wer Freuding als Heeresinspekteur nachfolgt; die vorliegenden Berichte nennen keinen Namen.

Bis Februar bleibt Breuer im Amt. Danach beginnt für Freuding die eigentliche Probe: ein Heer, das wachsen, digitalisiert und kriegstauglich werden soll, und ein Krieg an der Ostflanke Europas, dessen Ausgang die Planungen bestimmt.

Quellen: Reuters (onvista), BMVg, Augen geradeaus, Euronews, CPM Defence Network

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