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Ballistische Raketen auf Kyjiw: ein Toter, Brände in Darnyzja

Bei einem russischen Angriff mit ballistischen Raketen auf Kyjiw ist am späten Donnerstagabend mindestens ein Mensch getötet worden. In Darnyzja brannten Lagergebäude, im Stadtbezirk Dnipro fielen Trümmer einer Rakete in der Nähe eines Wohnkomplexes nieder, ein Geschäft wurde teilweise zerstört, die brennenden Reste einer weiteren Rakete gingen im Hof eines Wohnhauses nieder.

Ballistische Raketen auf Kyjiw: ein Toter, Brände in Darnyzja
Grafik: EuroPulse

Bei einem russischen Angriff mit ballistischen Raketen auf Kyjiw ist am späten Donnerstagabend mindestens ein Mensch getötet worden. In Darnyzja brannten Lagergebäude, im Stadtbezirk Dnipro fielen Trümmer einer Rakete in der Nähe eines Wohnkomplexes nieder, ein Geschäft wurde teilweise zerstört, die brennenden Reste einer weiteren Rakete gingen im Hof eines Wohnhauses nieder.

Mit ballistischen Raketen hat Russland am späten Donnerstagabend Kyjiw angegriffen und dabei mindestens einen Menschen getötet. Das meldet die Militärverwaltung der Stadt, wie der Fernsehsender n-tv berichtet. Die Luftalarm-Sirenen in der Hauptstadt heulten nach Angaben von BBC News Ukraine um 22.40 Uhr Ortszeit, wenige Minuten später schlugen die Raketen ein. Kurz zuvor waren nach n-tv-Angaben etwas mehr als ein halbes Dutzend Explosionen im Stadtgebiet zu hören.Kyjiws Bürgermeister Witali Klitschko meldete einen Einschlag im östlichen Stadtbezirk Darnyzja, wo ein Lagergebäude in Brand geriet. Im Stadtbezirk Dnipro fielen Trümmer einer Rakete in der Nähe eines Wohnkomplexes nieder, ein Geschäft wurde teilweise zerstört, die brennenden Reste einer weiteren Rakete gingen im Hof eines Wohnhauses nieder, wie der Kyiv Independent unter Berufung auf Klitschko berichtet. Druckwellen beschädigten Autos und zerschlugen Fenster in der Umgebung. Nach Angaben von BBC-Korrespondenten wurden auch mehrstöckige Wohnhäuser in Beresnjaky beschädigt.Wie viele Raketen tatsächlich auf die Stadt flogen, ist bislang nicht bestätigt. Nach Beobachtungen von Militärmonitoren, auf die sich BBC News Ukraine beruft, waren es mindestens fünf bis acht, darunter möglicherweise auch Oniks- und Zirkon-Raketen. Die Angaben der Monitore sind unabhängig nicht bestätigt. Der linke Uferbereich der Stadt sei unter Beschuss geraten, hieß es weiter.Drohnen und Marschflugkörper die ganze Nacht

Der Raketenangriff war nach Darstellung von BBC News Ukraine nur der Auftakt: Russland setzte die Drohnenangriffe auf die Hauptstadt die ganze Nacht fort. Auch Poltawa und Krementschuk seien in der Nacht mit Drohnen, ballistischen Raketen und Marschflugkörpern angegriffen worden. Belastbare Angaben zu Opfern und Schäden in diesen Städten lagen zunächst nicht vor.Der Angriff auf Kyjiw kommt nicht unerwartet. Bereits am Abend vor dem Einschlag hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Angaben von n-tv vor neuen russischen Raketenangriffen gewarnt und sich dabei auf Geheimdienstinformationen berufen. In seiner Videoansprache forderte er erneut mehr Waffen für die Luftverteidigung, insbesondere für das US-System Patriot. „Wir brauchen die Mittel, um all dieses russische Übel auszuschalten“, sagte Selenskyj.Die Warnung hat einen konkreten Hintergrund: Kyjiw leidet unter einem akuten Mangel an Abfangraketen für Patriot-Systeme und kann ballistische Raketen nach Einschätzung von BBC News Ukraine praktisch nicht abfangen. Russland nutzt das aus. Nach Angaben Selenskys, die der Kyiv Independent zitiert, hat Russland seit dem 14. Oktober mehr als 100 ballistische Raketen auf Kyjiw und die Region abgefeuert. Bereits in der Nacht zum 27. Oktober war die Hauptstadt Ziel eines ballistischen Angriffs, damals starb ein Mensch, und die Südbrücke wurde erheblich beschädigt. In den Wochen zuvor hatte Russland die Stadt nach BBC-Angaben mindestens mehrmals pro Woche mit ballistischen Raketen attackiert.Ein Tag mit vielen Fronten – und ein Winter, der erst beginnt

Der Angriff auf Kyjiw fällt in eine Woche eskalierender Gewalt. Am Donnerstag hatte Russland nach Angaben der Behörden einen Bahnsteig im Bahnhof der Stadt Dnipro getroffen und dabei mindestens 14 Menschen getötet und mindestens 14 weitere verletzt. Kurz darauf gab es Angriffe auf Innenstadtbereiche von Tschernihiw und Krementschuk, bei denen nach BBC-Angaben jeweils zwei Menschen starben, darunter Kinder. In Krementschuk seien nach Angaben von Witalij Djakiwnytsch, Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Poltawa, drei Menschen ums Leben gekommen, 19 hätten medizinische Hilfe gesucht und elf seien ins Krankenhaus gebracht worden.In der Region Dnipro traf es zugleich die Energieversorgung. Einsatzkräfte arbeiteten an der Wiederherstellung der Versorgung, berichtet der Kyiv Independent. Die Stadt hat knapp eine Million Einwohner.Der Kyiv Independent ordnet die Angriffe als Teil der fünften russischen Winteroffensive seit Beginn des umfassenden Krieges ein, mit der Moskau Kraftwerke, Umspannwerke und Gasinfrastruktur zerstören will. Für die Menschen in der Ukraine bedeutet das: weitere Nächte in Schutzräumen, weitere Ausfälle bei Strom und Wärme – und für die Hauptstadt eine Luftverteidigung, die ballistische Raketen kaum abwehren kann.Aus Brüssel kam am Donnerstag ein Appell. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte auf der Plattform X mehr Unterstützung für die Ukraine und eine stärkere Rechenschaftspflicht Russlands – über ein Sondertribunal und eine Kommission für Schadenersatzforderungen. Sie wolle dies beim EU-Kanada-Gipfel und beim G20-Außenministertreffen in Atlanta vorbringen. „Russland muss zur Rechenschaft gezogen werden“, schrieb Kallas.Anmerkung der Redaktion: Wie schwer die Schäden in Kyjiw insgesamt sind und ob die Zahl der Toten noch steigt, ist offen. Die Angaben zu den abgefeuerten Raketentypen stammen von Militärmonitoren und sind nicht offiziell bestätigt.

Quellen

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