Im November sollen in München erstmals Fahrgäste in einem selbstfahrenden Linienbus mitfahren – und wer dabei sein will, kann sich schon jetzt anmelden. Der MVG-Testbetrieb auf der Linie 178 gehört zum Forschungsprojekt MINGA, das die Stadt gemeinsam mit Stadtwerken, MVG, MAN und 12 weiteren Partnern führt.
Seit Anfang September fährt ein automatisierter MAN Lion’s City 12 E auf der Linie 178 zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl, bisher ohne Fahrgäste und mit geschulten Testfahrern von MAN und MVG an Bord. Die Technik liefert der Partner ADASTEC: fünf Lidar-Sensoren, sechs Radare, acht Kameras und Satellitenortung. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat den Betrieb genehmigt, der TÜV die Technik geprüft.
Wie komme ich in den Bus?
Mitfahren dürfen zunächst nur ausgewählte Testnutzerinnen und -nutzer, eine geschlossene Gruppe. Der Bus fährt als zusätzliches Fahrzeug auf der bestehenden Linie, nicht anstelle des normalen Busses. Interessierte registrieren sich unter mvg.de/minga-anmeldung und werden benachrichtigt, sobald Fahrten möglich sind. Den genauen Starttermin will die MVG gesondert bekanntgeben; geplant ist der November. Ob die Fahrt etwas kostet, steht in den bisherigen Mitteilungen nicht. Die Teilnahmebedingungen (Stand 08/2026) sind auf der Anmeldeseite verlinkt, Fragen beantwortet die FAQ auf muenchenunterwegs.de/minga/faq.
Wichtig zu wissen: Ein Sicherheitsfahrer bleibt während des gesamten Projekts an Bord und kann jederzeit eingreifen. Der Bus lenkt, beschleunigt, bremst und blinkt selbst. „Umso wichtiger ist uns ein vorsichtiges, zurückhaltendes Fahrverhalten“, sagte MAN-Testfahrer Marc Raudszus mit Blick auf die Größe des 12-Meter-Fahrzeugs. Es hat rund 30 Sitzplätze und einen Platz für Rollstuhl oder Kinderwagen – ein Detail, das für Eltern und Menschen mit Mobilitätseinschränkung zählt.
Am Dienstag, 3. November, lädt die Stadt um 14.30 Uhr zu einer ersten Pressefahrt an der Heidemannstraße 220; Mobilitätsreferent Georg Dunkel nimmt teil.
Mehr als ein Bus
MINGA umfasst weitere Bausteine. Im Stadtviertel Gern testen drei autonome VW ID. Buzz einen Ridepooling-Dienst; auch dort fahren sie derzeit ohne Fahrgäste mit Sicherheitsfahrern, später sollen Testnutzer per App buchen können. Für die Linie 197 in Neuperlach ist ein Bus-Platooning mit zwei gekoppelten Bussen geplant. Das Bundesverkehrsministerium fördert das Projekt mit rund 13 Millionen Euro, es läuft bis Mitte 2027.
Einordnung der Redaktion: Hinter dem Pilotversuch steht ein handfestes Problem. MAN nennt den Fahrermangel und wachsende Städte als Gründe für automatisierte Busse. Für Fahrgäste ändert sich in absehbarer Zeit nichts am regulären Angebot; das Projekt liefert Daten, ob und wie sich die Technik im dichten Stadtverkehr bewährt. Eine Serienreife bis Ende des Jahrzehnts, wie MAN sie anpeilt, ist ein Ziel, keine Zusage. Bei der Streckenführung weichen die Angaben leicht ab: Die SWM-Pressemitteilung nennt Freimanner Hölzl als Endpunkt, eine Bildunterschrift im SWM-Magazin Kieferngarten. Maßgeblich ist die Pressemitteilung.
Quellen: SWM/MVG-Pressemitteilung, SWM: Projekt MINGA, Rathaus Umschau, MVG: Anmeldung, Sustainable Bus



