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350 Verlage fordern Sofortprogramm für die freie Presse

Der Medienverband der freien Presse warnt vor einer existenziellen Krise des unabhängigen Journalismus. 350 Verlage appellieren an die Politik, die Pressefreiheit mit einem Sofortprogramm zu sichern.

350 Verlage fordern Sofortprogramm für die freie Presse
Bild: media0.faz.net

Der Medienverband der freien Presse hat einen dringenden Appell an die Politik gerichtet: 350 Verlage fordern ein Sofortprogramm zur Sicherung der Pressefreiheit. Die Verlage sehen die Demokratie durch die Marktmacht von Digitalmonopolisten und KI-Konzernen bedroht.

„Die Digitalmonopolisten und KI-Konzerne höhlen unsere Demokratie aus. Ohne unabhängigen Journalismus ist sie verloren“, heißt es in dem Aufruf. Die Verlage warnen vor einer „Vertrauensschmelze“: Das Vertrauen der Menschen in Staat und Institutionen sei auf einem historischen Tiefstand.

Marktmacht der Tech-Giganten

Ursache sei die massive Veränderung der Medienlandschaft. Soziale Netzwerke und KI-Plattformen verdrängten zunehmend den qualitätsgesicherten Journalismus. Die Algorithmen der Plattformen belohnten Empörung und Polarisierung, nicht Sachlichkeit. Gleichzeitig werde die wirtschaftliche Basis der Verlage durch ein digitales Oligopol zerstört: Allein Alphabet, Meta und Amazon vereinten 2025 über die Hälfte des deutschen Werbemarktes auf sich – rund 30,9 Milliarden Euro.

Die Folgen seien alarmierend: Laut Studien der Landesmedienanstalten befürchten 87 Prozent der Menschen eine gesellschaftliche Spaltung durch Desinformation, 83 Prozent eine Radikalisierung der Debatten. Eine Studie des Vodafone Institute zeige, dass 42 Prozent der Deutschen die Demokratie durch Fake News in sozialen Medien gefährdet sehen.

Appell an die Politik

Die Verlage fordern ein Bündel von Maßnahmen, darunter eine faire Beteiligung der Plattformen an den Kosten für journalistische Inhalte und eine wirksame Regulierung der KI-Modelle, die urheberrechtlich geschützte Inhalte nutzen.

Der Appell kommt zu einem Zeitpunkt, da das Vertrauen in die demokratischen Institutionen weiter schwindet. 84 Prozent der Deutschen sorgen sich laut einer INSA-Umfrage ernsthaft um die Zukunft des Landes. Mehr als ein Fünftel der Bundesbürger sei für autoritäre Ideen empfänglich, so der Deutschland Monitor vom Februar 2026.

Quelle: www.faz.net