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Komyschuwacha: 29 von 55 Opfern identifiziert

Sieben Tage nach dem Luftangriff auf die unterirdische Schule in Komyschuwacha sind 29 der 55 geborgenen Todesopfer identifiziert. 45 Menschen gelten weiter als vermisst, die Suche stockt wegen russischer Drohnen.

Komyschuwacha: 29 von 55 Opfern identifiziert
Grafik: EuroPulse

Sieben Tage nach dem Luftangriff auf die unterirdische Schule in Komyschuwacha sind 29 der 55 geborgenen Todesopfer identifiziert. 45 Menschen gelten weiter als vermisst, die Suche stockt wegen russischer Drohnen.

In Komyschuwacha im Gebiet Saporischschja sind 29 der bislang 55 geborgenen Todesopfer identifiziert. Das teilte der kommissarische Leiter der regionalen Militärverwaltung, Mychajlo Semikin, am Sonntag auf Telegram mit, wie Ukrinform berichtet. Die Bergungsarbeiten laufen demnach am Sonntag, 8. November, den siebten Tag nach dem russischen Angriff vom 2. November. Weitere 45 Menschen gelten weiterhin als vermisst; nach Semikins Einschätzung befinden sich einige von ihnen womöglich unter den bereits geborgenen Toten.

Die Suche wird nach seinen Angaben durch fortgesetzte Drohnenangriffe behindert. Rettungskräfte müssten ihre Arbeit zeitweise unterbrechen. „Wir können noch nicht sagen, wann die Operation abgeschlossen sein wird“, sagte Semikin laut Ukrinform. Vorrang habe, alle zu finden, die Opfer zu identifizieren und den Familien Antworten über das Schicksal ihrer Angehörigen zu geben – zugleich müsse das Leben der Einsatzkräfte geschützt werden.

Drohne trifft Bergungsstelle, Ausrüstung beschädigt

Am Morgen des 8. November griff nach Angaben des Staatlichen Dienstes für Notfallsituationen (DSNS) eine russische Drohne die Bergungsstelle an. Nach Angaben der Behörde auf Facebook wurde niemand verletzt, jedoch Spezialausrüstung beschädigt; die Nachrichtenagentur AP und das Portal NV berichten übereinstimmend davon. Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff auf Telegram: „Heute Morgen haben die Russen Komyschuwacha mit einer FPV-Drohne angegriffen, wo die Rettungsarbeiten nun schon den siebten Tag nach einem Gleitbombenangriff laufen, bei dem 55 Menschen getötet wurden, und leider könnten noch Menschen unter den Trümmern liegen. Absoluter Zynismus und Grausamkeit“, zitiert NV den Präsidenten.

Bereits am 7. November hatte die regionale Militärverwaltung 55 Tote gemeldet; mehr als 30 Menschen könnten laut NV noch verschüttet sein. Wie schwer die Identifizierung ist, zeigt der Hinweis der Behörden, dass einige geborgene Leichen so stark beschädigt sind, dass DNA-Proben von Angehörigen nötig sind – das berichtete der Kyiv Independent unter Berufung auf einen Sprecher der Gebietsverwaltung, Oleksandr Kowalenko. Rettungsteams können demnach nur 15 bis 20 Minuten am Stück arbeiten, bevor Drohnen und der drohende Abwurf von Gleitbomben sie zum Rückzug zwingen.

Ein FAB-3000 auf den Schutzraum

Der Angriff vom 2. November traf eine unterirdische Schule, in der ein „Punkt der Unbeugsamkeit“, ein Schutzraum und eine Ausgabestelle für humanitäre Hilfe untergebracht waren. Nach Darstellung des Militärgeheimdienstes HUR warfen russische Flugzeuge zunächst zwei Gleitbomben auf das Gymnasium „Dscherelo“ ab, zerstörten Sporthalle und Nebengebäude und trafen eine Stunde später mit einer FAB-3000 die unterirdischen Räume. Die Bombe enthalte mehr als 1.000 Kilogramm Sprengstoff, berichtet der Kyiv Independent. Nach HUR-Angaben hielten sich rund 100 Menschen an der Stelle auf.

Der Geheimdienst identifizierte nach eigenen Angaben den Offizier, der den Angriff geplant haben soll: Oberst Fedor Subakow, Leiter der Gruppe für Feuerschläge im Stab der russischen Heeresgruppe „Dnepr“. Zudem nannte die HUR sechs Piloten, darunter Hauptmann Sergej Jelissejew, Hauptmann Dmitri Swerew, Oberleutnant Rodion Plotnikow, Oberleutnant Nikita Ignatjew, Oberleutnant Maxim Sokolenko und Leutnant Wadim Perechrest; die Besatzung eines siebten Flugzeugs werde noch ermittelt. Beteiligt waren laut HUR vier Su-34-Kampfbomber. Die Angaben stammen aus der HUR-Mitteilung vom 7. November, über die der Kyiv Independent und das Portal liga.net berichten.

Unter den Toten sind nach Angaben von NV auch zwei Rettungskräfte und vier Polizisten. Am Samstag, 7. November, wurden in Saporischschja nach AP-Berichten mehrere Opfer beigesetzt, darunter die Polizisten Dmytro Besedyn, Mychajlo Buschenko, Mykola Balanda und Mychajlo Romanow sowie Serhij Bereschko und Oleh Dubetzkyj, die bei einem FPV-Drohnenangriff in Komyschuwacha getötet wurden.

Komyschuwacha liegt unmittelbar an der Front: Orte in fünf bis 15 Kilometern Entfernung zu russischen Stellungen sind laut Kyiv Independent nahezu ständig Drohnen-, Artillerie- und Gleitbombenangriffen ausgesetzt. Allein am 6. November meldeten die Behörden 785 Angriffe auf 51 Ortschaften im Gebiet Saporischschja. Der unterirdische Schutzraum war nach den Worten des Verwaltungssprechers Kowalenko der einzige einigermaßen sichere Ort im Dorf – wie die humanitäre Hilfe die verbliebenen Bewohner künftig erreichen soll, ist offen.

Anmerkung der Redaktion: Die Suche nach Vermissten und die Identifizierung der Toten dauern an; die Zahl der Opfer kann weiter steigen.

Zuvor berichtet: Zahl der Toten in Komyschuwacha steigt auf 55

Quellen

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